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Neuling im Lehrerzimmer

©VOL Live/Sascha Schmidt
Das erste Dienstjahr hinter sich. Jungpädagoge Matthias Böhler zieht eine persönliche Bilanz.

Es gibt fürwahr Zeiten, in denen Lehrer unglücklicher sind. Nach der ersten Juli-Woche jedes Jahres sind sie es definitiv nicht. Es ist Ferienbeginn. Auch für Matthias Böhler. Es werden besondere Ferien für ihn. Der 24-Jährige hat sein erstes Dienstjahr als Vorarlberger Mittelschullehrer in Schwarzach hinter sich. „Es war ein gutes Jahr für mich“, sagt der Dornbirner bestens gelaunt. „Aber natürlich bin ich jetzt glücklich, dass Ferien sind. Ich brauche sie.“

Die Feuertaufe

An der Vorarlberger Mittelschule erlebte der Junglehrer für die Fächer Mathematik und Sport seine Feuertaufe, stand sein erstes Jahr vor verschiedensten Klassen, musste hohe Verantwortung tragen, Entscheidungen treffen, mit Eltern kommunizieren, sich im Kollegenkreis etablieren. „Ich fühle mich in meiner Berufswahl bestätigt“, sagt Böhler nach seinem Premierenjahr als Pädagoge. Lehrer werden wollte er seit seinem 14. Lebensjahr. „Ich war geprägt von Lehrern, die ich selber in der Schule hatte. Von guten, wie von schlechten. Bei den guten dachte ich mir: So will ich es auch können. Bei den schlechten ging mir durch den Kopf: Du wirst eines Tages beweisen, dass du es besser kannst.“

Disziplin

Als Schüler sei er nicht der Fleißigste gewesen. „Mir gefiel dann immer, wenn mich ein Lehrer wirklich motivieren konnte.“ Mit Feuereifer sei er nach der Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule in Feldkirch in sein erstes Jahr als Lehrer gestartet. „Ich nahm das alles wirklich sehr ernst, habe mir klare Ziele gesteckt. Doch ich musste lernen. Und zwar, dass man etwas flexibel sein muss, dass nicht immer alles so geht, wie man es vorbereitet hat.“ Beherzigt hat Matthias Böhler aber etwas ganz besonders: „Disziplin. Ich habe mir vorgenommen, ein gewisses Maß an Disziplin in jeder Klasse durchzusetzen. Das ist mir gelungen. Ohne Disziplin ist eine konstruktive Arbeit nicht möglich.“ Diesbezüglich kannte der engagierte junge Mann keine Kompromisse.

Oslo, London, Zypern

Gut etabliert habe er sich auch im Kollegenkreis. Mit dem ihm als Junglehrer zugeordneten Mentor verstand sich der Ex-Fußballer von Hellas DSV hervorragend. „Wir haben uns gegenseitig viel gegeben. Das hat mich besonders gefreut.“ Voll des Lobes über seinen „Youngster“ im Konferenzzimmer ist auch Direktor Walter Bösch. „Matthias hat sich in seinem ersten Jahr ausgezeichnet in Szene gesetzt.“ Und weil dem so ist, wird der junge Dornbirner bereits im kommenden Schuljahr ein Klassenvorstand sein. Das freut ihn. Aber noch mehr freut ihn, dass jetzt erst einmal Ferien sind. „Ich bin schon am Wochenende weg. Oslo, London, Zypern. Mit einer Runde Kumpel. Was kann es Schöneres geben?“

zur Person

Matthias Böhler Geboren: 21. Jänner 1986 Wohnort: Dornbirn Beruf: Mittelschullehrer Familie: ledig Hobbys: Sport und Geselligkeit Lieblingsspeise: Wiener Schnitzel

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