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Neues Schuljahr mit vielen Neuerungen

Mit keinen grundlegenden Änderungen, aber vielen Neuerungen und allen Anzeichen für einen heißen bildungspolitischen Herbst beginnt in wenigen Tagen das neue Schuljahr.

In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland startet die Schule für rund 480.000 Schüler am 7. September, in West- und Südösterreich dauern die Sommerferien noch bis 14. September.

Angesichts der bereits in der schulfreien Zeit aufgeflammten Diskussion um eine Reform der Schulverwaltung lassen die für Herbst angekündigten konkreten Verhandlungen zu diesem Thema, etwa mit den Bundesländern, einen heißen bildungspolitischen Herbst erwarten. Angeheizt werden dürfte die Diskussion durch die Bundespersonalvertretungswahl am 25. und 26. November, bei der auch die Bundeslehrer wahlberechtigt sind. So sollen Verhandlungen über ein geplantes neues Dienstrecht erst nach diesem Wahlgang starten. Dann wird auch bald klar sein, wie die neue Lehrerausbildung aussehen könnte: Eine von Bildungs- und Wissenschaftsministerium eingesetzte Expertengruppe soll bis Jahresende ihre Vorschläge unterbreiten.

Grundlegende Neuerungen wird es im neuen Schuljahr keine geben, allerdings zahlreiche Maßnahmen, die eine Fortführung bzw. Ausweitung bereits begonnener Reformen darstellen. So tritt die dritte Etappe der Senkung der Klassenschülerzahlen in Kraft. Dann wird in den ersten, zweiten und dritten Klassen Volksschule, Hauptschule, Polytechnische Schule und AHS-Unterstufe der Richtwert 25 gelten. Dieser Wert kann aber um 20 Prozent – also auf maximal 30 Kinder pro Klasse – überschritten werden.

Einige neue Maßnahmen des Unterrichtsministeriums sollen die Sprachkompetenz von Schülern verbessern: So startet das Förderprogramm “Muttersprachlicher Unterricht” für ordentliche Schüler mit Förderbedarf an Pflichtschulen, wo in Fördergruppen bzw. im integrativen Unterricht der Schwerpunkt auf Sprachförderung gelegt wird. An den Berufsschulen soll durch die Ausweitung kleinerer Lerngruppen vor allem die sprachliche und kommunikative Kompetenz der Schüler gefördert werden. Auch an berufsbildenden mittleren Schulen werden Sprachförderkurse für Schüler mit Deutsch als Zweitsprache gestartet.

Bisher nur in wenigen Pilotschulen erprobt beginnt im neuen Schuljahr das Projekt “Tagesbetreuung Neu” – und zwar an jenen 81 Schulen, die bisher ein vom Unterrichtsministerium vergebenes Qualitätssiegel für gut gelungene Tagesbetreuung erhalten haben: Das Ministerium bezahlt dafür neun statt bisher fünf Wochenstunden pro Gruppe ab zehn Kindern, die im Rahmen der “Tagesbetreuung Neu” nicht nur ausreichend Zeit für Hausaufgaben und Lernen haben sollen, sondern auch kreative, sportliche und naturwissenschaftliche Angebote nutzen können.

Der Modellversuch “Neue Mittelschule” (NMS) wird deutlich ausgeweitet und österreichweit an insgesamt 244 Standorten durchgeführt. Im vergangenen Jahr war der Schulversuch an 67 Standorten in fünf Bundesländern gestartet worden, nun kommen 177 weitere Schulen in allen Bundesländern neu dazu. Vorarlberg “führt” ab Herbst mit 51 Standorten der NMS vor Niederösterreich mit 47 Standorten und der Steiermark (35). Im Burgenland gibt es im neuen Schuljahr 28 “Neue Mittelschulen”, in Kärnten 23, in Oberösterreich 22, in Wien 20, in Salzburg zehn und in Tirol acht Standorte. Die Zahl der Klassen, wo nach den Prinzipien der NMS unterrichtet wird, wächst auf insgesamt 801 (erste Klassen an alten und neuen Standorten plus zweite Klassen an alten Standorten). Nach wie vor gering ist das Interesse der AHS an dem Schulversuch: Von den 244 Standorten sind nur 25 AHS, davon alleine 20 in Wien. Von den 801 NMS-Klassen finden sich nur 38 an AHS.

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