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Neues Liechtenstein Museum ab 2004 in Wien

Die „Barocke Erlebniswelt“ wird von Vaduz nach Wien verlegt. Eine der berühmtesten privaten Kunstsammlungen Europas kehrt damit wenigstens teilweise nach Wien zurück.

Für Fürst Hans Adam II. von Liechtenstein ist es „ein Traum, den schon meine Vorfahren geträumt haben“ und der durch den Anschluss Österreichs an Deutschland und den Zweiten Weltkrieg „lange ausgeträumt war“. Nun wird der Traum realisiert.

Am 28. März 2004 eröffnet das Liechtenstein Museum im Gartenpalais in Wien-Alsergrund. Es soll zwischen 150 und 200 Gemälde aus den Fürstlichen Sammlungen in Wien präsentieren und gemeinsam mit Skulpturen, Möbeln, Waffen, Kunstkammerstücken und der Gartenanlage eine „barocke Erlebniswelt“ bieten. Details des Projekts wurden am Montag in Wien vorgestellt.

Rund 20 Millionen Euro hat sich der Fürst die Renovierung und moderne Adaptierung des 1691-1711 errichteten Palais kosten lassen. Zu den wichtigsten Werken, die nach Wien transferiert werden, zählt der gesamte Decius-Mus-Zyklus sowie weitere Porträtwerke von Peter Paul Rubens und ausgesuchte Bilder von Anthonis van Dyck.
Brücke zwischen Wien und Vaduz.

Die reichen Bestände des österreichischen Biedermeier werden vor allem im Rahmen von Wechselausstellungen gezeigt werden. „Es wird eine Brücke geben zwischen Wien und Vaduz“, meinte Hans Adam II., „und die Sammlungen werden die Pfeiler sein.“

Eine der berühmtesten privaten Kunstsammlungen Europas kehrt damit wenigstens teilweise nach Wien zurück. Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs wurden die Sammlungen des Hauses Liechtenstein nach Vaduz transferiert. Künftig soll nun Wien neben Vaduz das zweite Standbein der öffentlichen Präsentation der Sammlung darstellen.

Nicht weniger als 1500 Einzelwerke umfasst das Glanzstück, die Gemäldesammlung. Schon alleine angesichts der reichen Bestände an Rubens-Gemälden ist sie „von unschätzbarem Wert“, wie Johann Kräftner, der Direktor des Liechtenstein-Museums, betont.

Sie enthält Meisterwerke von der Frührenaissance bis zur österreichischen Romantik. Zentrale Arbeiten von Lucas Cranach dem Älteren, Raffael, Peter Paul Rubens, van Dyck oder Rembrandt sind ebenso vertreten wie flämische und holländische Meister oder die Hauptvertreter des österreichischen Biedermeier wie Rudolf von Alt, Carl Schindler oder Ferdinand Georg Waldmüller.

In der Sammlung finden sich zudem bedeutende Bestände an italienischen Bronzen des 16. und 17. Jahrhunderts, Prunkwaffen, Emaillen, Elfenbeinen, Möbeln und Porzellan.

Im künftigen Museum sollen die einzelnen Sammlungsteile nicht nach Kunstgattungen getrennt, sondern als gemeinsames historisches Ensemble präsentiert werden.

Ob Fürst Hans Adam II. auch persönlich dauerhaft nach Wien übersiedelt, hängt vom Ausgang des Liechtensteiner Verfassungsreferendums ab, das im 1. Halbjahr 2003 durchgeführt werden soll. „Wir brauchen ein Ende des Verfassungsstreits. Jetzt muss einmal entschieden werden“, so Hans Adam gegenüber der Presse, „Ich gehe davon aus, dass der Verfassungsvorschlag des Fürstenhauses angenommen wird. Sollte dies nicht der Fall sein, stellen wir den Zustand von vor 1938 wieder her.“ Dann würde der Fürst seinen Wohnsitz ins Ausland, möglicherweise nach Österreich, verlegen und seinen Untertanen aus der Ferne sagen: „Streitet’s euch so viel ihr wollt…“

Da Hans Adam II. aber Vertrauen in seine Liechtensteiner hat, denkt er neben der bereits stattfindenden teilweisen Bespielung des vor zwei Jahren neu eröffneten Kunsthauses Vaduz durch die Fürstlichen Sammlungen auch an einen eigenen Museumsneubau in Vaduz. In Wien soll das barocke Majoratshaus in der Bankgasse ebenfalls zugänglich gemacht werden. Mit seiner reichen Skulpturenausstattung im Treppenhaus und den prächtigen Festräumen soll das Haus bereits selbst eine Attraktion darstellen und könnte darüber hinaus künftig auch die Biedermeiersammlung beherbergen.

An Wechselausstellungen sollen zunächst Glanzstücke der Sammlung von Gemälden des Klassizismus und des Biedermeier sowie eine Schau zur Geschichte des Liechtenstein Palais gezeigt werden. Aus Vaduz dürften in der Folge Ausstellungen über „Die Häuser des Fürsten“ und über Meisterwerke der holländischen Landschafts- und Genremalerei nach Wien kommen. Die erste große monografische Ausstellung im Liechtenstein Museum soll im Frühjahr 2005 dem Barockbildhauer Giovanni Giuliani gewidmet sein.

Mit einem Shop, einem Cafe und zwei Restaurants sowie mit Öffnungszeiten von 9 bis 20 Uhr, von denen die ersten beiden Stunden ausschließlich für Gruppen reserviert sein werden, möchte das Liechtenstein Museum nicht nur „das größte und schönste Privatmuseum der Welt“ werden, sondern auch „ein neuer Mitstreiter unter den Wiener Museen“. Wie denkt einer der „Mitstreiter“, der Direktor des Kunsthistorischen Museums, Wilfried Seipel, über das Liechtenstein Museum? „Wir sehen das nicht als Konkurrenz, sondern als Bereicherung des Angebotes“, versicherte Seipel im Gespräch mit der APA.

Die heute angekündigte Auswahl an Bildern sieht Seipel als „Kompromiss“, bei dem auf der einen Seite durch „spektakuläre Thematik“ der Bilder Aufmerksamkeit gesucht und der Prunk des Palais unterstützt würde, auf der anderen Seite aber wesentliche Bilder in Vaduz verblieben, um dort nicht für Unmut zu sorgen. „Die Sammlung ist aber so groß, dass es das locker trägt.“ Seipel denkt bereits einen Schritt weiter: „Jetzt wäre zu überlegen, ob man nicht schauen sollte, dass auch die gräflichen Sammlungen, etwa die Sammlung Harrach, wieder in Wien gezeigt werden.“

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