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Neues Kapitel

Hotelumbau in Lech: Sanierung und Erweiterung des Hotels Schmelzhof
Hotelumbau in Lech: Sanierung und Erweiterung des Hotels Schmelzhof
Lech. Hotels und Gasthöfe werden meist nicht nur einmal umgebaut – und der Touristiker als Bauherr erlebt im Laufe der Ausübung seines Berufes meist nicht nur eine, sondern mehrere bauliche Transformationen. Das Boutique-Hotel Schmelzhof in Lech hat nach 40-jährigem Bestehen ein neues Kapitel aufgeschlagen.

Schnell muss es gehen für den Touristiker als Bauherren, Investitionen sollten sich lohnen und der Druck ist enorm. Die Rolle des Touristikers als Bauherr, der gestalterisch wie strukturell Ziele vorgibt, aktiv mitdiskutiert und sich nicht nur als privater Investor, sondern als Mitgestalter seiner sozialen Umgebung sieht, wird nur selten ausgeschöpft. Immer wieder lassen Zeit- und Investitionsdruck Vermutungen darüber, was dem Gast „gefallen“ könnte, zur Basis von Entscheidungen werden. Doch gute Entscheidungen brauchen Zeit – um Ideen reifen zu lassen Wissen zu sammeln und teilen, gute und verlässliche Partner zu finden.

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Das Boutique-Hotel Schmelzhof in Lech hat während des vergangenen Jahres einen massiven Transformationsprozess erlebt. Nach 40 Jahren waren Investitionen in den klassischen Kategorien eines Hotelumbaus notwendig: Sanierungsmaßnahmen, Ausbau, räumliche Adaptierung und Verbesserung der Infrastruktur, neue Einrichtung.

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1 ©Eines von vier Atelierzimmern – kompakt und doch geräumig – hochwertige Materialien und farbliche Akzente bestimmen den Raum.

Geplant und begleitet durch Planer Jürgen Haller, der den Betrieb schon mehrfach in kleineren Dosen umgebaut hat und das Bauherrenpaar Strolz schon lange architektonisch berät, konnten sich Robert und Margit Strolz auf einen zuverlässigen Partner stützen. Noch heute schwärmt Robert Strolz von der Mischung aus Können, Kreativität und Leidenschaft, die ihm während des Bauprozesses begegnet ist.

»Dieses Ergebnis ist der Zusammenarbeit von Architekten, Handwerkern und meiner Frau zu verdanken.«

Diesem ging eine intensive Planungsphase voraus, die fast zwei Jahre andauerte, bevor es an die Umsetzung ging. Planer und Bauleiter Jürgen Haller, Innenarchitekt Gerald Schriebl und Bauherrin Margit Strolz fanden zu einem guten Austausch auf Augenhöhe, dessen Ergebnis seit Dezember 2014 – pünktlich zum Start der Wintersaison – nun sichtbar ist. „Die Realisierungsphase dauerte nur sieben Monate. Das war eine der größten Herausforderungen, die wir als Problemstellung mit anderen touristischen Unternehmen teilen. Wir mussten zwischen den Saisonen bauen. Das ging nur durch die lange Planungs- und Vorbereitungszeit und durch gegenseitiges Vertrauen.“

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Wenige, dafür aussagekräftige Möbel und genügend Stauraum. Die Zimmer vermitteln behaglichen Komfort.

Aufgabenstellung für das Planungsteam war die Erweiterung des Hotels. Vier neue Suiten und vier neue Atelier Zimmer sollten errichtet werden. Dazu kamen die Erneuerung bestehender Gästezimmer sowie die Neugestaltung einer Halle mit Rezeptionsbereich. Weiters im Briefing enthalten: die Vergrößerung des Restaurantbereichs, ein neuer Barbereich, ein 400 m2 großer Wellnessbereich mit Sauna, Dampfbad, Massageräumen, Ruhe- und Aufenthaltsraum.

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Entrée zur Ruhezone mit Sauna, Dampfbad, Massage- und Aufenthaltsraum

Die Anstrengungen, die mit dem Bau verbunden waren, kann man wenige Wochen später nur mehr bei der Betrachtung der Baugrube in der Baudokumentation erahnen. „Der Eingriff war massiv. Wir mussten richtig viel Erde bewegen. Insgesamt haben wir die Fläche unseres Betriebs um ca. 1300 m2 erweitert. Ca. 500 m2 der bestehenden Fläche wurden umgebaut.“

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Schlichte Eleganz. Wenige Farben und Materialien vermitteln Ruhe und Gelassenheit.

Als oberstes Gebot für die Ausführung stand Qualität. Für Jürgen Haller war das Vertrauen in die handwerkliche Perfektion der beteiligten Bau- und Handwerksbetriebe wichtig. „Unsere Arbeit steht und fällt mit der Umsetzung. Die Wahl der richtigen Partner ist daher essenziell.“ Ca. 140 Handwerker(innen) aus ca. 35 vorwiegend regionalen Betrieben waren an dem Bau beteiligt.

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Zonierung für mehr Rückzugsmöglichkeit: Die einzelnen Zonen sind gestalterisch voneinander abgehoben.

Bei der Einrichtung konnte Margit Strolz auf ihr eigenes Faible zurückgreifen. „Die schönsten Schätze haben wir auf dem eigenen Dachboden gefunden.“ Die Gesamtplanung der Inneneinrichtung stammt von Gerald Schriebl.

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Opulent durch starke Farbkombinationen und edle Stoffe. Blaue Bar und neuer Barbereich mit offenem und rundum einsebarem Kamin.

Fotos: Marcel Hagen, Frigesch Lampelmayer


Daten und Fakten

Objekt: Erweiterung Boutique-Hotel Schmelzhof Lech

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Bauherr: Familie Gitti & Robert Strolz
Bauleitung-/ Planung: Planungsbüro Jürgen Haller, Tempel 72, 6881 Mellau
Ingenieure/ Fachplaner: Geologie: 3P Geotechnik – Alberstraße – 6900 Bregenz
Statik: zte Leitner, Stutz 81b, 6866 Schröcken
Innenarchitektur: Gerald Striebl, Zug 682, 6764 Lech am Arlberg
Haustechnik Elektro: Lüftung: Ender Klimatechnik, Altach Heizung: Wagner GmbH, Nennzing Elektro: Elektro Willi, Andelsbuch
Ausführung/ Planung: Planungsbeginn: 2012; Baubeginn: Mai 2014; Fertigstellung: Nov. 2014
Grundstücksgröße: 4395 m²

Nettonutzfläche: 2750 m² (ohne Tiefgarage)
Tiefgarage I Keller: 350 m²
Bauweise: Mischbauweise Hotelerweiterung – Aufstockung in Holzbauweise
Besonderheiten:

> 85% der Aufträge wurden bewusst in der Region vergeben
> Thermische Gebäudesanierung
> komplette Erneuerung der Technik: Lüftung mit WRG usw.
> der komplette Spa- und Wellness- bereich ist unterirdisch


Quelle: VN/ Leben & Wohnen

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