Neues Kapitel für Riedstraße

Das Ortszentrum von Höchst ist immer wieder Stauzone für den Verkehr zur Grenze
Das Ortszentrum von Höchst ist immer wieder Stauzone für den Verkehr zur Grenze ©mima

Heute, Donnerstag, wird in Höchst über das “konsensorientierte Planungsverfahren” informiert.

Höchst. In der unendlichen Geschichte einer Straßenverbindung durch das Ried wird heute ein neues Kapitel aufgeschlagen, wenn im Höchster Pfarrzentrum die erste Bürgerinformation zum konsensorientierten Planungsverfahren “Mobil im Rheintal” stattfindet.

Drei Jahre lang

Über drei Jahre haben Fachexperten in Abstimmung mit den Vertretern der Region an der Entwicklung geeigneter Maßnahmenpakete gearbeitet. Im Rahmen der Veranstaltung informieren die Fachexperten des Planungsverfahrens sowie die Bürgermeister der Standortgemeinden die Bürger­innen und Bürger über die vorliegenden Ergebnisse. Experten stehen bei diesem Anlass Rede und Antwort. Projektleiter Christian Rankl spricht davon, dass sich dieses Verfahren “auf der Zielgeraden befindet”, Skeptiker befürchten allerdings, dass der vermeintliche Durchbruch – wie schon so oft – in einer Sackgasse endet. Diskutiert und geplant wird im Ried zwischen Lauterach/Wolfurt einerseits und dem – unvollendeten – Autobahnanschluss in St. Margrethen schon seit einem halben Jahrhundert, denn die Schweizer A 13 im Rheintal wurde Anfang der 60er-Jahre in Betrieb genommen. Damals war klar, dass die Autobahnen in der Schweiz und in Vorarlberg bei St. Margrethen verbunden werden, denn es war ja die Seetrasse mit Unterflur in Bregenz verordnet. Als diese Planungen kippten, mit dem Machtwechsel im Bund (Kreisky) und in Bregenz (Mayer) die Pfändertunnelvariante durchgesetzt wurde, “fehlten” plötzlich ein paar Kilometer.

Mehrfach fast am Ziel

Diese fehlenden Kilometer sollten zunächst durch den Lückenschluss durch die A 15 überwunden werden. In zwei Tranchen am 3. September 1973 und am 14. April 1975 wurde diese Riedautobahn samt Zollamt nach § 4 verordnet. Auch damals, vor mehr als 35 Jahren, glaubten sich die Straßenplaner fast am Ziel. Widerstand – vor allem in Höchst und Lauterach – brachte das Projekt zu Fall, weshalb man die Autobahn fallen ließ und eine zweispurige Variante am südlichen Riedrand plante.

Viele Varianten

Eine Vielzahl von Varianten wurden in den folgenden Jahren entwickelt, ehe ein Vorstoß des damals neu ins Amt gekommenen Landesrats Günter Vetter für Schlagzeilen sorgte und Hoffnung aufkommen ließ. Vetter legte am 8. Mai 1985 eine Variante mit zwei 1800 und 1100 m langen Tunnels vor und kündigte die Eröffnung für diese Kompromisstrasse “D 13” für 1988 an. Das Finanzministerium lehnte jedoch die um “mehrere 100 Millionen Schilling” teurere Variante ab. Der Tunnel wurde fallen gelassen und nach den Vorstellungen von Vetter-Nachfolger Hans-Dieter Grabher der Baubeginn für die inzwischen zur S 18 mutierten Straße für 1991 avisiert. Daraus wurde nichts, erst im März 1997 brachte Grabhers Nachfolger Hubert Gorbach die §-4-Verordnung “durch”. Die Behördenverfahren wurden jedoch bald wieder abgebrochen und erst Jahre später abgeschlossen – vergeblich, denn 2008 legte die EU ihr Veto ein. Seither wurden neue Konzepte entwickelt, die heute der Öffentlichkeit vorgestellt werden. VN-STP

INFO AM 10. MÄRZ IM PFARRZENTRUM

17 Uhr Eröffnung anschließend stehen die Fachexperten des Planungsverfahrens an acht Informationsständen für Fragen, Diskussionen und Anregungen zur Verfügung

18 Uhr Projektpräsentation durch Projektleiter Christian Rankl, weitere Möglichkeiten für Fragen und Diskussionen an den Info-Stationen

ab 20 Uhr zusammenfassende Beantwortung der aktuellen Bürgerfragen

Weitere Termine: 11. März: Lustenau, Reichshofsaal 15. März: Bregenz, Hotel Mercure16. März: Lauterach, Hofsteigsaal

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