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Neues IfS-Jugendintensivprogramm

Eine verstärkte Unterstützung der Eltern durch ein spezielles Training und eine intensivere Betreuung der Jugendlichen nach dem Auslandsaufenthalt in einer eigenen Trainingswohnung.

Das sind die Eckpfeiler der Veränderungen, mit denen das IfS-Jugend-Intensiv-Programm (JIP) ab Herbst an den Start geht. Zunächst angelegt auf ein Jahr, soll der Pilotversuch – wenn er sich bewährt – nach einem Jahr in den Regelbetrieb übergehen.

Seit 1997 hat die IfS-Sozialpädagogik in ihrem Jugend-Intensivprogramm über 100 verhaltensauffällige Jugendliche und deren Eltern betreut. 2004 wurden alle Jugendlichen, Eltern und die Zuständigen der Bezirkshauptmannschaft, die zwischen 2001 und 2003 mit dem IfS-JIP in Kontakt waren, interviewt. Aus den Ergebnissen dieser Langzeitstudie leitet das JIP nun einige Verbesserungen ab.

Die Elternarbeit wird zum Coaching – einer verstärkten Unterstützung der Eltern. „In einem eigenen Verhaltenstraining lernen sie den Umgang mit ihren Kindern neu. Dies beinhaltet sowohl einen theoretischen Teil als auch praktisches Üben unter Begleitung und Reflexion durch das JIP-Team“, erklärt die Leiterin des IfS-JIP, Dr. Martina Gasser, die Zielsetzung: „Die Jugendlichen sind nur dann wieder integrierbar, wenn sich auch in der familiären Situation etwas verändert.“

Gleichzeitig mit der Intensivierung des Eltern-Coachings wird der therapeutische Bereich der Elternarbeit reduziert. „Bisher war der Erfolg der Elternarbeit sehr stark davon abhängig, wie die Eltern mit ihren Therapeuten auskamen. Vom Eltern-Coaching versprechen wir uns größere Unabhängigkeit in diesem Punkt“, erklärt Gasser.

Trainingswohnung als Übergang nach dem Ausland. Die größte Anpassung des JIP-Konzeptes betrifft die Nachbetreuungsphase. Gasser: „In dieser ersten Phase nach dem Auslandsaufenthalt des Kindes ist das Risiko für einen erneuten Konflikt sehr groß. Immer wieder fühlten sich Jugendliche und Eltern in dieser Zeit allein gelassen.“

Künftig werden die betreuten Jugendlichen deshalb nach ihrer Rückkehr sechs Wochen lang in einer eigenen Trainings-Wohnung leben, bevor sie nach Hause zurückkehren oder ins IfS-Ambulant betreutes Wohnen wechseln. Betreut werden sie dort von ihrem oder ihrer JIP-Mitarbeiter(in). Gleichzeitig ermöglicht die Trainingswohnung den Eltern das Gelernte unter Begleitung und Reflexion umzusetzen. „Wöchentlich ist eine Familiensitzung vorgesehen, mit dem Ziel, einen kontinuierlichen Übergang in die eigentliche Familienstruktur zu schaffen“, erklärt die JIP-Leiterin.

Trotz einiger Anpassungen bleibt der zentrale Aspekt des Jugend-Intensivprogramms erhalten: Während eines mehrwöchigen Auslandsaufenthaltes sollen verhaltensauffällige Jugendliche begleitet von einem JIP-Betreuer ihre Lebenssituation überdenken und neue Verhaltensweisen trainieren. Dabei arbeiten sie zum Teil in Sozialprojekten, wie Kinderheimen, Leprastationen oder Flüchtlingscamps.

Ein Modell macht Schule

Das JIP-Konzept hat auch in anderen Bundesländern bereits Fuß gefasst. Zwei Einrichtungen in Tirol und Salzburg arbeiten seit vier Jahren erfolgreich als Franchisenehmer des Instituts für Sozialdienste, eine oberösterreichische Einrichtung startet sein Jugend-Intensivprogramm noch in diesem Jahr.

IfS-Lehrgang Individualpädagogik

Der Erfolg des IfS-JIP schlägt sich seit Juni in einem eigener Lehrgang zum Individualpädagogen nieder. Entstanden aus den internen Weiterbildungskursen ermöglicht der neue Lehrgang eine fachspezifische Weiterbildung, die im Rahmen der Basisausbildung nicht explizit berücksichtigt wird. „Im Jugendwohlfahrtsbereich werden individualpädagogische Interventionen in Zukunft sicher verstärkt notwendig“, ist Martina Gasser überzeugt. Weder in Vorarlberg noch im süddeutschen Raum gebe es bisher eine entsprechende anerkannte Ausbildung. Der IfS-Lehrgang Individualpädagogik dauert eineinhalb Jahre und schließt mit einem öffentlich anerkannten Zertifikat der österreichischen Jugendreferate ab. (Quelle: IfS)

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