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Neues Amt statt Ruhestand

St. Anton i. M. -   Bürgermeister Rudi Lerch (63) wird neuer Montafoner Standesrepräsentant.

Wie das Leben so spielt: Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Im Fall von Rudi Lerch, Bürgermeister von St. Anton im Montafon, haben die Geschehnisse seit Jahresanfang tatsächlich einen ganz anderen Verlauf genommen, als sich das der 63-jährige ebenso umsichtige wie zielstrebige Kommunalpolitiker eigentlich vorgestellt hat.

Pflichtbewusstsein

Nach 13 Jahren als Gemeindechef des kleinen Montafoner Tourismusortes wollte Rudi Lerch mit Abschluss der Amtsperiode im vorigen März sich gleichsam von der kommunalpolitischen Bühne verabschieden und in Ruhestand gehen. Aus dem geplanten Pensionsantritt wurde indes nichts. Nachdem sich partout kein anderer fürs Bürgermeisteramt fand, stellte Rudi Lerch sich, pflichtbewusst wie er ist, noch einmal zur Verfügung. Und wurde mit knapp 90 Prozent Zustimmung natürlich wieder gewählt. „Es gibt Aufgaben und Herausforderungen, um die kommt man manchmal nicht herum“, sieht der Montafoner die Situation pragmatisch. Und die nächste eigentlich nicht eingeplante Aufgabe und Herausforderung für den Gemeindechef von St. Anton steht auch schon an. Heute wird er als Nachfolger von Dr. Erwin Bahl, der nach dem Verzicht auf eine erneute Bürgermeisterkandidatur in Schruns nun auch nach 15 Jahren sein Amt als Standeschef abgibt, zum neuen Montafoner Standesrepräsentanten gewählt. Darauf haben sich jedenfalls seine acht ÖVP-Bürgermeisterkollegen aus Stallehr, Lorüns, Bartholomäberg, Schruns, Tschagguns, Silbertal, Gaschurn und St.Gallenkirch im Standesausschuss des Gemeindeverbands verständigt. Dass allerdings der Bürgermeisterkollege aus Vandans, Burkhard Wachter (FPÖ), offenbar statt ihm lieber einen anderen, vielleicht Jüngeren aus der Reihe der Montafoner Gemeindeoberhäupter neu an der Spitze der traditionsreichen Gemeindepartnerschaft sehen würde, nimmt Rudi Lerch mit der ihm eigenen Ruhe zur Kenntnis: „Dass man nicht immer einer Meinung ist, das ist gelebte Demokratie.“ Und das zählt natürlich auch im Montafon. Überhaupt geht der konsequente 63-jährige Kommunalpolitiker davon aus, dass „wir weiterhin alle an einem Strang ziehen, wenn es um die gemeinsamen Anliegen der zehn Gemeinden im Montafon geht.“

Kooperationen forcieren

Rudi Lerch, der bei der Montafonerbahn Schruns viele Jahre als Fahrdienstleiter tätig war, will als neuer Standesrepräsentant zügig darauf hinarbeiten, dass „gerade in den jetzt durch die allgemeine Finanz- und Wirtschaftslage vorherrschenden schwierigen Zeiten, mögliche Gemeindekooperationen weiter forciert werden“. Ansätze wie eine gemeinsame Bauverwaltung der Talgemeinden gelte es auszubauen. Als früher leidenschaftlicher Vereinsfußballer in Schruns setzt der neue „Montafoner Teamchef“ auf den Mannschaftsgeist seiner Bürgermeisterkollegen. „Ein gutes Zusammenspiel aller politisch Verantwortlichen im Montafon ist hinsichtlich der förderlichen Weiterentwicklung des Tals enorm wichtig.“ Rudi Lerch denkt etwa an das gestartete Großprojekt „Raum­entwicklung Montafon“ und dabei insbesondere auch an eine erforderliche Entschärfung der belastenden Verkehrssituation.

 

zur Person

Rudi Lerch
Der 63-jährige Gemeindechef von St. Anton wird heute zum neuen Montafoner Standesrepräsentanten gewählt.
Geboren: 1. November 1946
Beruf/Laufbahn: 43 Jahre bei MBS im Bahnbetrieb beschäftigt, seit 1997 Bügermeister in St. Anton im Montafon.
Familie: geschieden, zwei Kinder, drei Enkelkinder.

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