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Neuerstarktes Technikerinnen-Team bei Lienz-Weltcup um Podest

Katharina Liensberger will in Lienz weiter angreifen.
Katharina Liensberger will in Lienz weiter angreifen. ©AP
Österreichs Technikerinnen sind auf einem gutem Weg zu neuer Stärke.

Mit den Rängen drei durch Katharina Truppe und vier durch Katharina Gallhuber im Courchevel-Slalom nach Lienz zu kommen, lässt für das Heimspektakel vor dem Jahreswechsel hoffen. Im Riesentorlauf (Donnerstag, 10.00/13.15) wird die Podestnähe noch gesucht. In dieser Disziplin heißen die je zweifachen Saisonsiegerinnen Lara Gut-Behrami (Schweiz) und Federica Brignone (Italien).

Beste Österreicherinnen im Riesentorlauf waren in dieser Saison Julia Scheib (7.), Franziska Gritsch (10., 11.) und Katharina Liensberger (zweimal 11.). Die 25-jährige Steirerin Scheib geht davon aus, dass die Piste trotz der Plusgrade tagsüber ähnlich wie beim Training am Weißensee nicht nachlassen werde, sie fühle sich auch sehr gut derzeit. "Ich habe in den letzten Rennen sehr gutes Skifahren gezeigt, es ist nicht ganz belohnt worden. Ich bin im Training sehr konstant, sehr solide gefahren. Ich möchte es hier auch auf den Punkt bringen."

"Gute Verbesserungen"

Mit dem siebenten Rang in Killington sei sie sehr zufrieden gewesen, sie wisse aber, dass sie es besser könne, so weit sei das Podest nicht weg. "Ich weiß, dass das drinnen ist, aber alles geht nicht von heute auf morgen. Vom Speed her weiß ich, dass ich es drauf habe."

Liensberger baut auf ihre guten Erinnerungen an Lienz, 2019 war sie Riesentorlaufdritte. Das war auch der bis dato letzte Podestrang für Österreichs Frauen in dieser Disziplin. "Ich habe in den letzten Rennen gute Verbesserungen zeigen können. Ich kenne den Hang ganz gut und weiß, worauf es ankommt. Es lädt voll zum Attackieren ein. Ich werde vom Start weg attackieren, ob ich die Sicherheit, das solide Fahren am Limit schon spüren kann? Da bin ich im Slalom sicher schon ein gewisses Grad weiter." Wenn sie die notwendige Geduld zwischen den Schwüngen aufbringen könne und das Timing passe, dann könne sie sehr gut Gas geben.

"Platz 22 ist schön, bringt aber nicht viel"

Die Kärntnerin Truppe kämpft in der schnelleren der zwei Technikdisziplinen noch etwas. "Wir freunden uns an, und dann doch wieder nicht. Einmal qualifiziere ich mich, einmal nicht", sagte sie im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. Im Riesentorlauf brauche es noch mehr die Selbstverständlichkeit, die man haben müsse. "Da musst du noch mehr auf dich vertrauen, um zu wissen, dass das funktioniert. Wenn du da bei einem Tor zurückziehst, hast du verloren."

Die Top sieben seien in einer eigenen Liga, die Dichte viel größer als im Slalom, weil auch viele Speedfahrerinnen teilnehmen. "Es ist schwierig, sich zu qualifizieren und große Punkte zu machen. Platz 22 ist schön, aber bringt nicht viel, um sich schnell mit der Startnummer zu verbessern. Aber ich blicke echt positiv zurück und habe die Fans im Rücken", sagte Truppe.

"Ich habe den Kopf in den Sand gesteckt"

Mit Rückblick meinte die 27-Jährige die Rennen 2021, als sie ihre besten-Lienz-Ergebnisse mit Rang vier im Slalom und neun im Riesentorlauf erzielte. "Am Freitag kommt wieder ein Fanbus, es freut mich voll, dass die Leute immer noch begeistert sind nach der harten Saison, dass sie anfeuern kommen. Die Stimmung spürt man einfach, dass man in Österreich ist, dass die Leute hinter einem stehen."

Nach ergebnistechnisch schwieriger vergangener Saison ("Ich habe den Kopf in den Sand gesteckt und wollte sie nur noch zu Ende bringen") und einem Materialwechsel benötigte Truppe am Winteranfang Durchhaltevermögen. "Die ersten Slaloms in Levi und Killington waren eine Geduldsprobe, ich habe mich nicht so wohlgefühlt, wie ich gerne hätte. Für meine Verhältnisse bin ich ruhig geblieben. Ich wusste, es wird seine Zeit brauchen, ich muss ein bisschen abwarten, es wird schon werden."

"Das ist einfach ein Knackpunkt"

Nach der Rückkehr von den Riesentorläufen aus Kanada habe sie zwei Wochen Pause gemacht. "Weil ich krank war und weil ich bissl weg wollte. Das hat mir neuen Schwung gegeben. Ich bin wieder auf den Skiern gestanden und habe mir gedacht: Skifahren kann so cool sein, ich habe die Freude gefunden."

Ihre Podestfahrt von Courchevel am 21. Dezember schaute sich Truppe auf Video an: "Die Position war hoch, ist bin gut gestanden. Das ist einfach der Knackpunkt, ob es geht. Wenn ich hoch bin, bin ich bewegungsbereit, dann kann ich die Ski laufen lassen. Sobald es mich hinten reindrückt, fängt das System zu rebellieren an." Das sei ein altes Muster, in das sie leicht reinkippe, wenn sie sich unsicher fühle, deshalb müsse sie selbstbewusst am Start stehen.

Im Lienz-Slalom am Freitag (10.00/13.00/live ORF 1) darf auch mit Katharina Liensberger wieder gerechnet werden. Die Dritte und Achte von Levi lag in Courchevel zur Halbzeit an dritter Stelle, die Vorarlbergerin rutschte nach einem Steher aber an die 18. Stelle zurück. Wie im Riesentorlauf gab es erst zwei verschiedene Saisonsiegerinnen im Slalom, je zweimal gewannen Mikaela Shiffrin (USA) und Petra Vlhova (Slowakei).

(APA)

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