Neuer Lebensmittelskandal erschüttert Italien

Ein neuer Lebensmittelskandal erschüttert Italien. 11.000 Tonnen verdorbener Käse wurden in den vergangenen zwei Jahren spottbillig an Unternehmen verkauft, die ihn zu neuen Produkten verarbeiteten.

Diese wurden in Italien und anderen europäischen Ländern neu verkauft. Der verdorbene Käse enthielt Schimmel, Würmer und sogar Rattenexkremente.

Der Betrug wurde von der italienischen Polizei entdeckt, berichtete die römische Tageszeitung “La Repubblica” am Freitag. Drei Personen wurden verhaftet. Sie sollen mit verdorbenen Produkten über zehn Millionen Euro erwirtschaftet haben. Die Belegschaft, die in den Unternehmen arbeiteten, waren über den Betrug informiert.

Die Firmen, die auch einen Sitz im bayerischen Woringen hatten, standen im Besitz eines sizilianischen Industriellen. Ihm verkauften namhafte Käseproduzenten die verdorbenen Produkte. Die Untersuchung lief bereits seit mehreren Monaten.

Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) in Österreich hat noch keine diesbezügliche Meldung vom europäischen Schnellwarnsystem aus Brüssel bekommen. Die italienischen Behörden dürften gerade an der Erstellung der notwendigen Unterlagen arbeiten, die dann übermittelt werden, sagte AGES-Sprecher Oskar Wawschinek der APA. Wenn diese Unterlagen in Brüssel eintreffen, werden die Behörden in den betroffenen Ländern kontaktiert.

Italiens Lebensmittelindustrie erlebt eine schwierige Phase. Im April hatte das italienische Wochenmagazin “L’Espresso” einen weiteren Weinskandal aufgedeckt. Rund 70 Millionen Liter, die in Geschäften und Supermärkten in ganz Italien zum Verkauf stehen, sollen mit krebserregenden Stoffen wie chemischen Düngemitteln und Salzsäure versetzt gewesen sein.

Im März waren in der süditalienischen Provinz Caserta nördlich von Neapel 25 Molkereien und 60 Agrarunternehmen ins Visier der Ermittler geraten, nachdem in ihrer Büffelmilch, mit der die bekannte Käsesorte Mozzarella hergestellt wird, die giftige Substanz Dioxin gefunden worden ist.

Der italienische Landwirtschaftsminister Luca Zaia kündigte scharfe Maßnahmen gegen den Vertrieb verdorbener Produkte an, die dem Ansehen der nationalen Gastronomie schwer schaden. “Lebensmittelpiraten sollen wie Drogendealer bestraft werden”, verlangt der Minister.

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