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Neuer Konsumentenstreik in Italien geplant

Gegen den „Teuro-Effekt“ planen die Verbraucher-organisationen am 12. September einen „Konsumstreik“. Der Streik könnte Verluste von 30 Mill. Euro verursachen.

Die Italiener wurden aufgerufen, Restaurants, Kino und Einkäufe in den Supermärkten zu vermeiden. Auch der Verzicht auf die Zeitung sei ein Weg, um gegen die ungerechte Teuerungswelle zu protestieren, die die italienischen Familien auf unerträgliche Weise belasten, betonen sie.

Der Streik werde den Händlern Verluste in Höhe von rund 30 Mill. Euro verursachen, schätzten die Konsumentenschutzverbände, die bereits im Juli einen ähnlichen Protest organisiert hatten. Damals hatten sich laut den Organisatoren zehn Millionen Italiener dem Streik angeschlossen. Diesmal dürfte der Erfolg der Initiative noch größer sein, weil die Sorge vor der zunehmenden Inflation deutlich gestiegen sei. „Wir müssen uns gegen die illegalen Preiserhöhungen wehren, die die Einkommen der Italiener verschlingen“, so ein Sprecher der Verbraucherorganisation Codacons.

Eine Spezialeinheit der Finanzpolizei unter der Führung der Antitrust-Behörde wird die Preise in Geschäften und Supermärkten kontrollieren. Die rund 200 Experten der Task Force wollen überprüfen, in welchen Bereichen die Preise künstlich in die Höhe getrieben werden. Sie wollen herausfinden, in welchen Sektoren und in welchen Städten die größten Preissteigerungen zu verzeichnen seien, um ein glaubwürdiges Bild der Situation zu erlangen.

Der heftige Protest wegen des „Teuro-Effekts“ beunruhigt auch das italienische Parlament. Eine Sonderkommission soll Anfang September die Ursachen des Preisanstiegs in mehreren Bereichen ergründen. Gegen die Inflation suchen die Konsumentenschutzverbände auch andere Wege. Sie diskutieren mit den Geschäftsleuten einen Pakt mit den Geschäftsleuten, um größere Preistransparenz zu fördern und somit die Teuerungswelle in Schranken zu halten.

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