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Neue sieben "Weltwunder" gekürt

Lissabon - Die Chinesische Mauer, die Felsenstadt Petra in Jordanien und die peruanischen Inka-Ruinen Machu Picchu haben es auf die inoffizielle Liste der sieben "neuen Weltwunder" geschafft.

Schloss Neuschwanstein war bei der Abstimmung ebenso chancenlos wie die New Yorker Freiheitsstatue oder die Oper von Sydney. Weltweit gingen nach Angaben der Organisatoren rund 100 Millionen Stimmen im Internet und per SMS ein. Das Ergebnis der Wahl wurde am Samstag in Lissabon bekannt gegebenen.

Zu den „neuen Weltwundern“ zählen weiters die Erlöser-Statue in Rio de Janeiro, die Ruinenstätte Chichen Itza auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan, das Kolosseum in Rom und der Taj-Mahal-Tempel in Indien. Die meisten dieser Stätten führten die Abstimmungsliste schon seit Monaten an, lediglich die Christus-Statue von Rio holte erst kürzlich auf. Neben den neu gekürten bemerkenswertesten Bauwerken der Menschheit gehören die Pyramiden von Gizeh nach Ansicht der Initiatoren, der Organisation New7Wonders, selbstredend weiter zu den Weltwundern.

Von den sieben antiken Weltwundern, die der griechische Schriftsteller Philon von Byzanz um 200 vor Christus aufgelistet hatte, existieren nur noch die Pyramiden von Gizeh bei Kairo. Die anderen – die Zeus-Statue in Olympia, der Artemis-Tempel in Ephesus, das Grabmal von Mausolos in Halikarnassos, die hängenden Gärten in Babylon, der Koloss von Rhodos und der Leuchtturm von Pharos in Alexandria – wurden durch Erdbeben oder Kriege zerstört oder zerfielen im Laufe der Zeit. Deshalb rief New7Wonders um den Schweizer Millionär und Abenteurer Bernard Weber 1999 die Aktion zur Kür der „neuen Weltwunder“ ins Leben. In Ägypten stieß die Initiative auf Widerstand: Eine Bewerbung der Pyramiden wurde als entwürdigend abgelehnt.

Insgesamt gingen jedoch fast 200 Bewerbungen ein. Anfang 2006 wurde die Liste auf die 21 vielversprechendsten Kandidaten gekürzt. Von den Finalisten landete neben dem bayerischen Märchenschloss Neuschwanstein auch der Pariser Eiffelturm auf den hinteren Rängen, ebenso wie die Akropolis in Athen, Kreml und Basilikuskathedrale in Moskau oder die Statuen der Osterinseln im Pazifik. Zu den Verlierern zählen außerdem die Angkor-Tempel in Kambodscha, die Alhambra in Granada, die Hagia Sophia in Istanbul, der japanische Kiyomizu-Tempel, der mystische Steinkreis Stonehenge in England und die Oasen-Stadt Timbuktu in Mali.

Als ihr Ziel nennt Webers Stiftung die Förderung der kulturellen Vielfalt. Die Hälfte der Einnahmen aus der Vermarktung der Initiative soll renovierungsbedürftigen Kulturdenkmälern zu Gute kommen. Die in Zürich ansässige Stiftung unterstützt dabei unter anderem den Wiederaufbau der im Frühjahr 2001 von den Taliban zerstörten Buddha-Statuen von Bamiyan in Afghanistan. Die Weltkulturorganisation UNESCO, die für die Bestimmung und Erhaltung des Weltkulturerbes zuständig ist, distanzierte sich von der Aktion.

Mehr Infos:www.new7wonders.com

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