Neue SARS-CoV-2-Variante: Mehr Super-Spreader und 56 Prozent höhere Infektiosität

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Die britische SARS-CoV-2-Variante produziere "mehr Virus" und mehr Super-Spreader, erklärte Virologin Monika Redlberger-Fritz am Freitag. Weil sich das Virus ständig ändere, könnte dies eines Tages die Wirksamkeit der jetzigen Impfungen betreffen.
Mutiertes Coronavirus jetzt auch in Österreich

Angesichts der neuen SARS-CoV-2-Variante B.1.1.7 hat Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Freitag angekündigt, das Zeitfenster bis zu einer größeren Ausbreitung zu nutzen. Die Kontrolle in Österreich soll durch mehr Sequenzierungen sowie rigorosere Einschränkungen bei der Einreise aus Großbritannien und Südafrika erfolgen. Ziel sei die Ausbreitung des neuen Stammes möglichst hinauszuzögern. Die Maßnahmen von Maske tragen bis Abstand halten seien weitere Mittel.

Virus ändert sich ständig

Im Mittelpunkt der Pressekonferenz stand die Mutation des Coronavirus und Virologin Monika Redlberger-Fritz gab an, dass die SARS-CoV-2-Variante B.1.1.7 dahingehend nicht überraschend sei, da es schon einmal eine Variante gab, die sich durchsetzte.

"Jedoch hat diese 23 Mutationen, von denen acht im Oberflächenprotein sind", führte die Expertin aus. Und das betreffe Schlüsselpositionen wie die Rezeptorbindungsstelle, wodurch mehr Virus produziert werde - und das führe zu einer 56 Prozent höheren Infektiosität. Ebenso wurden Teile des Virus herausgelöst, jedoch führte das glücklicherweise nicht dazu, dass die Impfungen betroffen sind. Nachdem sich das Virus ständig ändert, könne das in Zukunft aber passieren, warnte Redlberger-Fritz. Dass bei der Mutation mehr Kinder betroffen sind, habe sich nicht bestätigt.

Mehr Super-Spreader

Die Pathogenität der Mutation sei zudem gleichbleibend, trotzdem werde die Infektiosität auch zu mehr Super-Spreadern führen. Maske, Abstand und soziale Kontakte minimieren seien auch im Angesicht der neuen Variante die wichtigsten Mittel. Neben der britischen Variante gibt es jedoch noch die Variante aus Südafrika, und auch hier wurde eine leichtere Übertragbarkeit festgestellt.

Das Spezielle bei den neuen Varianten

Andreas Bergthaler vom Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) unterstrich den Umstand, dass Mutationen nur durch Sequenzierungen erst registriert werden können, das "Spezielle" bei der englischen und südafrikanischen Variante sei das Vorhandensein von vielen, gleichzeitigen Mutationen. "Das werden wahrscheinlich nicht die einzigen Varianten sein, die weltweit unterwegs sind", in Ländern, wo wenig sequenziert wird, würden Mutationen nämlich nicht so leicht festgestellt wie in Großbritannien. Österreich sei im Bereich der Sequenzierung noch im Mittelfeld, jedoch werde diese Position nun ausgebaut.

Weiter keine Flüge aus Südafrika und Großbritannien in Österreich

Österreich will angesichts des mutierten Coronavirus das Landeverbot für Flugzeuge aus Großbritannien und Südafrika verlängern. Die bisherigen Maßnahmen galten zunächst bis zum 10. Januar und sollen nun um weitere zwei Wochen ausgeweitet werden, wie Gesundheitsminister Rudolf Anschober am Freitag in Wien ankündigte. "Es geht darum, die Ausbreitung möglichst lange hinauszögern", so Anschober.

Es soll zudem künftig deutlich mehr Tests zur Erkennung der Corona-Mutationen, sogenannte Sequenzierungen, geben. Dazu wollen Experten auch regelmäßig die Kläranlagen im ganzen Land untersuchen. Britische und südafrikanische Virusmutationen sind nach Probenentnahmen am Flughafen Wien bereits in Österreich nachgewiesen worden.

Ab nächster Woche niedrigere Infektionszahlen

Was die Corona-Zahlen in Österreich betrifft, so rechne er ab nächster Woche mit einer schrittweisen Reduktion bei den Infektionszahlen, es blieben zwei Wochen Lockdown, die man "für den Schlusssprint" nutzen sollte. Aktuell nannte Anschober 2.063 Neuinfektionen am Freitag und 2.314 Neugenesene, dazu kamen exakt 2.000 von Covid-Kranken belegte Normalbetten und 371 Intensivbetten - also 2.371 in Summe und 73 weitere Tote in 24 Stunden.

Was die Impfungen betrifft, so habe man zusätzlich zu den 30.000 Impfungen bis Ende der Woche, ab Montag und Dienstag über 42.000 weitere Einmeldungen für Dosen - und das werde sich noch vervielfachen.

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(APA)

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