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Neue Köpfe in der Wiener UNO-City

Drei wichtige Spitzenposten stehen in diesem Jahr in der Wiener UNO-City zur Disposition. Im VIC geht nicht nur die Amtsperiode des Generaldirektors der Internationalen Atomenergie-Organisation zu Ende.

Der ägyptische Diplomat Mohamed ElBaradei könnte noch vier weitere Jahre im Amt bleiben. Definitiv neu zu besetzen sind die Posten des Generalsekretärs der Atomteststoppvertrag-Organisation (CTBTO) und des Generaldirektors der UNO-Organisation für Industrielle Entwicklung (UNIDO), wie die Tageszeitung „Der Standard“ in ihrer Donnerstag-Ausgabe schreibt.

Bei der CTBTO ist die Entscheidung laut „Standard“ schon gefallen; der ungarische Diplomat Tibor Toth wird am 1. August die Nachfolge des Deutschen Wolfgang Hofmann antreten. Toth, ein Fachmann auf dem Sektor der Nicht-Weiterverbreitung von Waffen, zuletzt UNO-Botschafter in Genf, gelte als „ein Insider, der von außen kommt“. Somit bleibt dieses Amt in den Händen der EU-Staaten.

Im Falle der UNIDO wird die Entscheidung im Juni fallen, schreibt „Der Standard“ weiter. Als Überraschungskandidat für den Chefposten sei nun auch der Iraker Sami al-Araji im Spiel, der in der auslaufenden ersten irakischen Interimsregierung das Amt des Vize-Industrieministers bekleidet. Araji war in den 90er-Jahren lange Zeit offizieller irakischer Ansprechpartner der IAEO-Inspektoren, die – gegen den Widerstand des irakischen Regimes – das irakische Atomwaffenprogramm zu erforschen hatten. Araji, verantwortlich für das Sicherheitsdossier, war schon unter Saddam Hussein eine Zeit lang Vize-Industrieminister.

Erwartet werde aber laut dem Zeitungsbericht, dass ein afrikanischer Bewerber bei der UNIDO den Zuschlag bekommt. Ein erschwerender Umstand ist jedoch, dass sich die Afrikanische Union nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen konnte. Die meisten Chancen habe ein Kandidat aus Sierra Leone, außerdem bleibe ein zweiter Afrikaner für den Spitzenposten um die Nachfolge des bisherigen Generaldirektors Carlos Margarinos, der die UNO-Entwicklungsorganisation gesund geschrumpft hat, im Rennen.

Die Mehrheit der IAEO-Mitgliedsstaaten wünscht sich einen Verbleib ElBaradeis. Auf Wunsch der G-77-Staaten (Entwicklungsländer) wurde für den 27. April eine Gouverneursratssitzung einberufen, bei der theoretisch schon gewählt werden könnte – und ElBaradei würde eine Mehrheit bekommen. Doch die USA könnten die Entscheidung hinauszögern, sollten sie Japan überzeugen, ebenfalls nicht für ElBaradei zu stimmen. ElBaradei würde dann ohne die beiden größten IAEO-Beitragszahler gewählt. Für möglich gehalten wird laut „Standard“ aber auch ein Einlenken der USA angesichts der großen Unterstützung für ElBaradei – etwa nach der Bestellung des ElBaradei-Widersachers John Bolton zum UNO-Botschafter in New York.

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