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Nässe wird des Bauern Feind

Gutes Futter für seine Kühe. Das produziert Jürgen Bereuter gewöhnlich auf seinen Feldern. Auch heuer soll es mit dem Heu trotz des schlechten Wetters der letzten Wochen noch etwas werden.
Gutes Futter für seine Kühe. Das produziert Jürgen Bereuter gewöhnlich auf seinen Feldern. Auch heuer soll es mit dem Heu trotz des schlechten Wetters der letzten Wochen noch etwas werden. ©VN-Paulitsch

Dauerregen und Heuernte. Das widerspricht sich. Jürgen Bereuter nimmt’s dennoch gelassen.

Alberschwende. Jürgen Bereuter schultert seinen zweijährigen Sohnemann Elias und stapft Richtung Feld. “Ich zeig euch, wie das mit dem Gras ist, wenn es dauernd regnet.” Schnell findet der 38-jährige Landwirt aus Alberschwende Wasserpfützen, die das Gras an mehreren Stellen förmlich ertränkt haben. “Da hat es keinen Sinn, auf die Wiese zu fahren und Gras zu schneiden. Es ist zu weich und zu nass.”

Zu kurz trocken

Einen deprimierten Eindruck macht der Bio-Bauer dennoch nicht. “Früher”, meint er mit einem Grinser im Gesicht, “da hätte mich so ein Wetter noch richtig nervös gemacht. Aber das hab‘ ich mir abgewöhnt. Du musst mit der Natur leben und akzeptieren, was sie macht. Etwas anderes bleibt dir ohnehin nicht übrig.” Den ersten Schnitt hat er vor Kurzem gemacht, das meiste davon schon sicher im Heuboden gelagert. “Leider nicht alles. Dazu reichte die kurze trockene Wetterphase nicht aus. Doch was ich eingebracht habe, ist von einwandfreier Qualität.” Nur bei dem, was er nicht habe einbringen können, müsse er qualitätsmäßige Abstriche machen.

Weide ohne Kühe

20 Hektar bewirtschaftet Jürgen Bereuter. Seine 17 Kühe lässt er gewöhnlich den halben Tag auf die Weide. “Aber bei so einem Wetter spielt sich das auch nicht. Da muss ich sie im Stall lassen.” Das bedeutet für ihn mehr Arbeit. Den Stall hat er unlängst umgebaut. Das Vieh kann die Wärme der Behausung suchen, oder sich je nach Lust und Laune nach draußen bewegen. Halt nur nicht auf die Weide. Jürgen Bereuter, Landwirt in dritter Generation, hegt und pflegt seine Kühe mit allen Mitteln seiner Bauernkunst. Die Bezeichnung seines Hofes mit dem einsilbigen Qualitätswörtchen “Bio” verpflichtet. Natürliches Heu, biologisches Kraftfutter, keine Chemie, Einhaltung strenger Regeln bei der medizinischen Versorgung des Viehs. “Nicht umsonst dauerte die Umstellung des Betriebes auf einen Bio-Bauernhof eineinhalb Jahre”, macht der zweifache Famlienvater deutlich, dass man sich “Bio” redlich erarbeiten muss.

Zuversicht bleibt

Bauer wollte Bereuter schon immer werden. “Und als ich dann die Landwirtschaftsschule besuchte, war meine berufliche Zukunft endgültig vorgegeben.” Er ist der eine von zwei Brüdern, der in die Fußstapfen des Vaters trat. “Wobei mein Bruder den Bezug zum Hof auch nie verloren hat. Er hilft mir regelmäßig bei der Heuernte und arbeitet im Hauptberuf bei der Bauernkrankenkasse. Wenn ich mal einige Tage auf Urlaub bin, vertritt er mich am Hof.” Jürgen Bereuter ist keiner, der viel jammert. Das miserable Wetter der letzten Wochen ist für ihn Vergangenheit. “Die Prognosen für die nächsten Tage sind nicht so schlecht. Das stimmt mich optimistisch.” In einigen Wochen wartet der nächste Grasschnitt. Bereuter glaubt fest an eine erfolgreiche Ernte. Denn bisher hat er noch immer seine Kühe aus der eigenen Heuernte ernährt. “Warum soll das heuer anders sein?”

Text: Klaus Hämmerle

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