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NASA verschob Start der Marssonde

Wieder schlechte Nachrichten bei der NASA: Einen Tag nach der glücklichen Landung der US-Raumfähre Discovery hat die US-Raumfahrtbehörde den Start der neuen Marssonde MRO kurzfristig auf Donnerstag verschoben.

Zur Begründung teilte die NASA am Dienstag (Ortszeit) mit, es gebe Probleme an den Steuerungselementen der Trägerrakete vom Typ Atlas V.

Der Start ist nun für Donnerstag zwischen 11.50 Uhr und 13.50 Uhr MESZ vom Kennedy-Raumfahrtzentrum in Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida vorgesehen. Die Marssonde ist mit der leistungsstärksten Kamera ausgerüstet, die jemals von der NASA zu einem anderen Planeten geschickt wurde. Sie soll ab November 2006 Bilder von noch nicht da gewesener Detailschärfe des Roten Planeten liefern.

Der MRO-Start habe vorsichtshalber um einen Tag verschoben werden müssen, teilte die NASA mit. Der Orbiter sollte ursprünglich am Mittwoch um 13.45 Uhr MESZ abheben. Der Hersteller der Atlas-Rakete, Lockheed Martin, habe auf Probleme an den beiden Gyroskopen hingewiesen, die zur Steuerung benötigt werden, erklärte die NASA. Gyroskope können Raumflugkörper neu ausrichten, ohne dass dabei Treibstoff verbraucht wird.

Die NASA erhofft sich von der MRO-Sonde neue Erkenntnisse darüber, welche Rolle das Wasser in der Geschichte des Mars gespielt hat und ob es dort Leben gab oder vielleicht sogar noch gibt. Die Sonde soll den Mars im März 2006 erreichen. Danach wird die sechseinhalb Meter lange und drei Meter breite Sonde allmählich ihr Tempo drosseln, bis sie schließlich ab November in einer Entfernung von 313 Kilometern um den Planeten kreist.

Ein Spektrometer soll die mineralische Zusammensetzung der Mars-Oberfläche erforschen, ein Radiometer den atmosphärischen Staub, Wasserdampf und Temperaturen analysieren. Mit Hilfe eines Radarsystems soll zudem bis zu einer Tiefe von einem Kilometer unter der Oberfläche nach Eis und Wasser gesucht werden. Die Kosten der Mission sind auf mehr als 500 Millionen Dollar veranschlagt.

Für die Übermittlung von Daten und Bildern des Mars ist die MRO-Sonde mit der größten Antenne ausgerüstet, die jemals zum Roten Planeten geschickt wurde. Diese Antenne kann laut NASA zehn Mal mehr Daten pro Minute übermitteln als die anderen drei Sonden, die derzeit um den Roten Planeten kreisen. Seitens der NASA sind dies der Mars Global Surveyer und Mars Odyssey, seitens der Europäischen Raumfahrtagentur ESA der Mars Express.

Die Erkundung des Mars ist bislang ein Erfolgsprojekt für die NASA, nachdem die weiterhin auf dem Planeten aktiven Roboter Spirit und Opportunity Belege dafür lieferten, dass Wasser die Oberfläche des Planeten mitgeformt hat. Wenn der wissenschaftliche Auftrag der MRO-Mission im Dezember 2008 endet, soll der Orbiter auch weiterhin um den Mars kreisen, um mit seiner Antenne den auf dem Planeten arbeitenden Robotern bei der Sendung ihrer Daten zu helfen.

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