Nancy Reagan wird 85

Nancy Reagan verleiht Veranstaltungen noch immer Glanz und Bedeutung. Allerdings scheut die Witwe des 40. Präsidenten der USA, Ronald Reagan, seit dessen Tod 2004 Auftritte.

Umso aufmerksamer registrierten vor allem die US-Konservativen, dass sich Nancy Reagan vergangene Woche von Senator John McCain zur überfüllten Parteiveranstaltung in der „Ronald-Reagan-Bibliothek“ im Simi Valley (Kalifornien) geleiten ließ. Der republikanische Frühstarter für die Präsidentschaftskandidatur 2008 wusste, dass ihm die Begleitung Nancy Reagans große Medienresonanz bringen würde. Denn Ronald Reagan ist bis heute Idol der US-Rechten – und seine Witwe, die am 6. Juli 85 Jahre alt wird, bleibt eine Ikone der Republikaner.

Bis nach Washington waren die mahnenden Worte McCains zu hören, der die enorme Staatsverschuldung unter Präsident George W. Bush als Verrat am Vermächtnis Reagans geißelte. Nancys Anwesenheit war nicht das erste Signal für ihre Distanz zum derzeitigen Präsidenten, mit dem sie übrigens das Geburtsdatum 6. Juli teilt. Denn die ganze Familie Reagan verübelt Bush, dass er sich gegen Stammzellenforschung wehrt. Schließlich war Ronald Reagan am 5. Juni 2004 nach vielen Jahren Leiden an der bis dato unheilbaren Krankheit Alzheimer gestorben. Nancy Reagan unterstützt bis heute hinter den Kulissen des Kongresses die Bemühungen um die Förderung des jungen Forschungszweigs.

Die ehemalige Schauspielerin, die die acht glamourösen Jahre im Weißen Haus bis 1989 sichtlich genossen hatte, scheut trotz des großen Interesses der Öffentlichkeit das grelle Scheinwerferlicht. Privat allerdings entfaltet sie viele Aktivitäten. Nach einem Sturz in London im Juni 2005, der sie zu einem kurzen Klinikaufenthalt zwang, wurde bekannt, dass sie in der britischen Hauptstadt zum Tee bei Ex-Premierministerin Margaret Thatcher eingeladen war, mit Thronfolger Prinz Charles und Ehefrau Camilla zusammen dinierte.

Bei der Beerdigung ihres Mannes vor zwei Jahren konnten Millionen Menschen am Bildschirm verfolgen, wie ungeheuer schwer Nancy Reagan der Abschied fiel. Ihre Kinder mussten sie fast mit sanfter Gewalt vom aufgebahrten Sarg trennen. Die Reagans galten jahrzehntelang als ein überaus glückliches Ehepaar. „Mein Leben begann mit der Heirat meines Mannes“, hatte sie immer betont. Aber auch Reagans Leben wurde von seiner Frau stark geprägt – ihr Einfluss soll immens gewesen sein. Selbst ihre Astrologie-Gläubigkeit soll er übernommen haben.

Als Anne Frances (Nancy) Robbins wurde sie am 6. Juli 1921 in New York geboren. Sie wuchs als Scheidungskind auf und wurde später adoptiert. Die Schule schloss sie auf einem College in Northampton (Massachusetts) ab, mit dem Hauptfach Theater. Es folgte ihre Tätigkeit als Schauspielerin. Nach der Heirat 1952 gab sie die Schauspielerei bald auf. Nach Reagans Wahl zum Gouverneur von Kalifornien 1967 unterstützte sie vor allem den Kampf gegen Drogen- und Alkoholmissbrauch von Jugendlichen. Trotz sozialen Engagements wurde Nancy Reagan wegen ihres aufwendigen Lebensstils, wegen rauschender Feste und teurer Kleider zu Zeiten der Wirtschaftsrezession kritisiert. Das änderte nicht viel an ihrer bis heute währenden Popularität bei den Amerikanern.

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