Nahrungsmittelunverträglichkeit

Feldkirch - Die sogenannte Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) oder Fructosemalabsorption (Fruchtzuckerunver­träglichkeit) ist dabei weit verbreitet. Video

VOL Live besuchte Diätologin Claudia Holzner im LKH Feldkirch und erkundigte sich über die Krankheit, Symptome und Ursachen.

„Betroffene leiden an Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Übelkeit oder Erbrechen”, erklärt Diätologin Claudia Holzner vom Landeskrankenhaus Feldkirch. Aber auch Kopfschmerzen, Herzerkrankungen oder Gelenksschmerzen können Folgen einer Unverträglichkeit sein. „Patienten bringen die Symptome oft nicht in Verbindung mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit”, erzählt Holzner.

In Vorarlberg wurden Menschen mit derartigen Anzeichen bis 2000 nicht auf eine Intoleranz von Lebensmittel untersucht. „Man führte die Beschwerden immer auf einen Reizdarm zurück”, weiß die Diätologin. Bei einem Reizdarm sind die Beschwerden ähnlich.

Ein Mangel des Enzyms Laktase ist die Ursache für eine Unverträglichkeit von Lactose. Dieses Enzym befindet sich in der Dünndarmschleimhaut und spaltet den Milchzucker (Laktose) in Glukose und Galaktose. Durch den Mangel wird der Milchzucker nur teilweise gespalten und aufgenommen, der übrige Teil gelangt in den Dickdarm und wird dort durch Bakterien abgebaut. Die anfallenden Stoffwechselprodukte bereiten dann die Beschwerden. Den Grund, warum immer mehr Menschen an einer Unverträglichkeit leiden, vermutet Claudia Holzner im Überangebot an Lebensmitteln, die einen hohen Fructose- oder Lactosegehalt aufweisen. „Lactose – auch Milchzucker genannt – ist in vielen Fertigprodukten wie zum Beispiel Fertigsoßen enthalten”, erklärt sie. Deshalb sollte auch wenn möglich auf Fertigprodukte verzichtet werden. „Wenn Sie frisch kochen, haben Sie das Problem mit der Lactose schon umgangen”, berichtet Holzner.

Wird eine Lactose- oder Froctoseunverträglichkeit vermutet, kann man sich durch einen H2-Atemtest Gewissheit verschaffen. Dabei trinkt der Patient eine Lactose- beziehungsweise Fructoselösung. Danach wird der Atem per Atemtest gemessen. Die Heilungschancen sind relativ schlecht, allerdings können betroffene Patienten mit Hilfe einer Therapie gut leben und essen. „In den ersten zwei bis drei Wochen wird komplett auf Lactose verzichtet. Dann wird nach und nach wieder Lactose zugeführt und die Dosis gesteigert”, erklärt die Expertin.

Lactose befindet sich in den meisten Milchprodukten, aber auch in Fertigsoßen, wie Tomatensoße. Butter sowie alle Hart- und Schnittkäsesorten und fast alle Weichkäsesorten sind meist gut verträglich, da ein Großteil des Milchzuckers bei der Herstellung in der Buttermilch beziehungsweise in der Molke zurückbleibt. Außerdem wird die verbliebene Lactose bei Käse während des Reifeprozesses abgebaut.

Die Zahl der Betroffenen steigt immer mehr. „Es scheint eine Zivilisationskrankheit zu werden”, meint Claudia Holzner. Dabei sind Österreicher aber nicht stärker betroffen als andere Europäer. „Man sollte einfach auf seine Essgewohnheiten achten”, so das Fazit der Expertin, „achten Sie auf Qualität und kochen Sie frisch.”

 

Interview mit Diätologin Holzner

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