Nach Unfall in Carcassonne: Sarkozy entließ Frankreichs Heereschef

Zwei Tage nach dem schweren Unfall in einer Kaserne von Carcassonne mit 17 Verletzten hat der französische Präsident Nicolas Sarkozy den Generalstabschef des Heeres entlassen.

General Bruno Cuche habe seinen Rücktritt angeboten und Sarkozy als Oberbefehlshaber habe ihn akzeptiert, teilte der Élyséepalast am Dienstag mit. Der Soldat, der bei einer öffentlichen Vorführung mit scharfer Munition geschossen und 17 Zuschauer verletzt hatte, wurde suspendiert. Die Ermittler gehen von einem fahrlässigen Irrtum aus.

Die Internetseite lepoint.fr berichtete, Cuche habe seinen Rücktritt nur sechs Wochen vor seiner Pensionierung angeboten, nachdem Sarkozy in Carcassonne mit dem Finger auf ihn gezeigt und erklärt habe: “Ihr seid alle verantwortungslos, keine Profis.” Mit dem Rücktritt entzieht sich Cuche allerdings auch der öffentlichen Aufforderung von Verteidigungsminister Hervé Morin, noch vor Abschluss der Untersuchungen “sofortige Strafmaßnahmen für die Verantwortlichen” des Dramas vorzuschlagen.

Sarkozy habe eine regelrechte Krise seiner Beziehungen zu den Streitkräften ausgelöst, schreibt lepoint.fr. Der Präsident sei sehr verärgert über Kritik aus den Offiziersrängen an seinem Programm zur Verkleinerung und zum Umbau der Streitkräfte. Er habe deswegen auch beschlossen, am Nationalfeiertag am 14. Juli keine Generäle mit Orden auszuzeichnen und die für diesen Mittwoch geplanten Ernennungen von Generälen zu suspendieren. In Offizierskreisen spreche man von einem “Konflikt der Kulturen” zwischen dem impulsiven Präsidenten und den auf Zurückhaltung getrimmten Soldaten, schreibt die Nachrichtenseite.

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