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Rätselraten vor Abfahrer-Saisonstart in Gröden

Strolz feiert sein Debüt als Weltcup-Abfahrer
Strolz feiert sein Debüt als Weltcup-Abfahrer ©GEPA
Für das Abfahrtsprogramm im Ski-Weltcup in Gröden sind die Karten durch den Schneefall und Regen vom Mittwoch neu gemischt.

Am Donnerstag (11.45 Uhr) gibt es eine Zusatz-Abfahrt auf verkürzter Strecke, sie ersetzt ein Rennen von Beaver Creek. Im Vorjahr gewann Vincent Kriechmayr das Kurzprogramm von der Saslong ohne den oberen Abschnitt. "Ich glaube, dass keiner richtig weiß, wo man steht und wo die Konkurrenz steht", sagte der Oberösterreicher.

Nach den wetterbedingten Speed-Absagen von Zermatt/Cervinia und zuletzt Beaver Creek soll es in Südtirol endlich mit der ersten Abfahrt in diesem Winter losgehen. Einen so späten Saisonstart, zehn Tage vor dem Heiligenabend, hat keiner aus dem Kreis der aktuellen Abfahrer je erlebt. In den 1980er-Jahren fand die erste Abfahrt im Weltcup üblicherweise Anfang Dezember in Val d'Isere statt.

"Die üblichen Verdächtigen"

Am übergeordneten Favoritenkreis ändere sich dadurch jedoch nichts, meinte Kriechmayr. "Es werden die üblichen Verdächtigen vorne sein über die Saison." Aleksander Aamodt Kilde, der in Gröden bereits fünf Siege gefeiert hat, Abfahrts-Weltmeister Marco Odermatt, aber auch die eigene Mannschaft zählte er dazu. "Wir präsentieren uns gut. Schnell Ski fahren - mehr können wir nicht tun", meinte der 32-Jährige. "Ich bin bereit für das erste Rennen. Ich war aber auch in Beaver Creek schon bereit", sagte Daniel Hemetsberger.

Regen und Schneefall

Am Mittwoch gab es auf der Saslong kein zweites Training. Das entschied das lokale Organisationskomitee in der Früh nach Abstimmung mit dem Weltverband FIS. Nachdem es schon über Nacht geschneit hatte, setzten sich Regen und Schneefall im Laufe des Tages fort. "Regen, Schnee drüber, Piste aufgeweicht. Kein Thema", brachte es ÖSV-Cheftrainer Marko Pfeifer auf den Punkt.

Schon in der Vorwoche hatte es geregnet, "jetzt ist es auch wieder sehr feucht", erklärte Hemetsberger. Mit kalten Nächten könnte die Piste in den nächsten Tagen schneller und schlagiger werden, was den Österreichern nicht ungelegen käme. Hemetsberger: "Das taugt mir ein bisschen mehr, weil ich mir bei aggressiven Verhältnissen ein bisschen schwertue." Otmar Striedinger befand: "Wir können nur hoffen, dass es anzieht."

Schwarz hofft auf Überraschung

Den freien Tag am Mittwoch nutzten die Athleten unterschiedlich. Weltcup-Leader Marco Schwarz fuhr laut ÖSV-Angaben mit Raphael Haaser und Lukas Feurstein nach Alta Badia zum Riesentorlauf-Training, andere blieben im Hotel. Absagen sind in dieser Alpin-Saison keine Seltenheit: Von neun Rennen wurden sieben wetterbedingt gestrichen bzw. abgebrochen, auch Abfahrtstrainings fielen aus.

Schwarz, der am Donnerstag sein erstes Gröden-Rennen bestreiten wird, hat laut Pfeifer noch kein Problem mit der Müdigkeit. Der Kärntner wolle in allen Bewerben bis Samstag starten und am Sonntag und Montag auch die Riesentorläufe in Alta Badia mitnehmen. In Gröden könnte "Blacky" eine Überraschung liefern. "Man hat schon gesehen, dass er schnell ist da herunter", sagte Pfeifer über seinen Schützling. Dieser habe "ein extremes Gefühl, die Schwünge teilweise nicht hart zu machen auf gewissen Schneearten. Er fährt wirklich eine feine Klinge."

Strolz fährt erstmals Weltcup-Abfahrt

Seine allererste Weltcup-Abfahrt wird Johannes Strolz bestreiten. Bereits abgereist ist Julian Schütter. Der Steirer spürte im Training bei einer Landung einen Stich im bereits operierten Knie und reiste für Konditionstraining mit dem Zug zurück nach Österreich. Er wolle "schauen, dass ich in meinem Prozess des Comebacks weiterkomme". Ein Antreten in Bormio nach Weihnachten sei möglich.

(APA)

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