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Nach Rausschmiss durch die Tochter: Le Pen will es noch einmal wissen

Jean-Marie Le Pen hält nicht viel vom Kurs, den seine Tochter dem FN verordnet hat.
Jean-Marie Le Pen hält nicht viel vom Kurs, den seine Tochter dem FN verordnet hat. ©EPA
Paris. Der aus der rechtsextremen Front National (FN) verstoßene Parteigründer Jean-Marie Le Pen will eine neue politische Bewegung ins Leben rufen.
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Die Schweizer Millionen von Le Pen

“Ich werde keine neue Partei gründen. Ich werde eine Bewegung gründen, die nicht in Konkurrenz zur FN steht”, sagte der 86-Jährige am Montagabend dem Sender Radio Courtoisie. Ein Sprecher des Front National kommentierte die Ankündigung mit beißendem Spott.

Marine Le Pen hat genug von ihrem Vater

Das FN-Exekutivbüro hatte die Parteimitgliedschaft Le Pens vor einer Woche ausgesetzt und damit die Konsequenzen aus wiederholten antisemitischen Äußerungen des Parteigründers gezogen. Binnen drei Monaten soll bei einem außerordentlichen Parteitag zudem beschlossen werden, Le Pen den Titel des Ehrenvorsitzenden der Partei zu entziehen.

Mit “klassischen” Sagern neue Parteilinie torpediert

Zwischen dem Parteigründer und seiner Tochter, Parteichefin Marine Le Pen, war es Anfang April zum offenen Bruch gekommen. Der 86-Jährige hatte unter anderem erneut die Gaskammern der NS-Konzentrationslager als “Detail” der Geschichte bezeichnet. Er torpedierte damit zum wiederholten Male den Kurs seiner Tochter, der Front National mit einer Abkehr von offen antisemitischen und rassistischen Parolen ein respektableres Image zu geben und so neue Wähler zu gewinnen.

Jean-Marie Le Pen, der die Front National 1972 mitgegründet und vier Jahrzehnte angeführt hatte, hält die Strategie seiner Tochter für falsch – und will mit seiner nun angekündigten Bewegung offenbar den Kurs der Front National beeinflussen. Sie solle “ein Fallschirm gegen die Katastrophe” werden. Es gehe darum, “die politische Linie wiederherzustellen, die jahrzehntelang verfolgt wurde”.

“Was soll das werden?”

Ein Parteiverantwortlicher bezeichnete die Ankündigung des 86-Jährigen umgehend als “Nicht-Information für die Front National” und fügte spöttisch hinzu: “Was soll das werden? Die Vereinigung der Freunde Jean-Marie Le Pens, von Jean-Marie Le Pen für Jean-Marie Le Pen, und unter Vorsitz von Jean-Marie Le Pen?” Sollte die Bewegung tatsächlich gegründet werden, werde die Front National keinerlei Kontakt zu ihr unterhalten. (APA)

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