Nach Millionenpleite: "Compact Power Plant" wird fortgeführt

Sanierungsplanvorschlag angenommen: Wolfurter Unternehmen "Compact Power Plant" wird weitergeführt.
Sanierungsplanvorschlag angenommen: Wolfurter Unternehmen "Compact Power Plant" wird weitergeführt. ©VOL.AT/ Hofmeister (Themenbild)
Wolfurt, Feldkirch - Im laufenden Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung über die Wolfurter Firma "Compact Power Plant Products GmbH" haben die Gläubiger dem Sanierungsplanvorschlag zugestimmt - das Technologieunternehmen kann damit fortgeführt werden. Es handelte sich um das zweitgrößte Insolvenzverfahren in Vorarlberg im Jahr 2014.

Das berichtet der Kreditschutzverein von 1870 (KSV1870) am Donnerstag. Im Verfahren waren Gläubigerforderungen in Höhe von rund 3,9 Millionen Euro angemeldet worden. Der Masseverwalter habe davon bislang rund 2,7 Millionen Euro als zu Recht bestehend anerkannt. Von der Insolvenz betroffen waren insgesamt 61 Gläubiger und 14 Arbeitnehmer, so der Ausländische Kreditorenverband (AKV Europa).

Nach der Gründung des Unternehmens habe sich der Geschäftsverlauf positiv entwickelt, sogar zwei Förderkredite hatte die Schuldnerin erhalten. Im Wesentlichen sei deren Geschäft auf Projekte beschränkt, ein laufendes Dauergeschäft mit einzelnen Kunden gebe es nicht, berichtet der AKV weiter. Es wird also keine “Massenware” angeboten, sondern auf Kundenwünsche speziell angepasste Produkte, die teils mit einem hohen Kapitaleinsatz verbunden sind.

Durch diese spezifische Geschäftsstruktur könne der Ausfall eines einzelnen Kunden bzw. dessen Weigerung zu zahlen, zu erheblichen finanziellen Problemen führen – der Grund für die Insolvenz. Darüber hinaus hatte sich ein Großprojekt in Libyen durch die dortigen politischen Verhältnisse verzögert und die finanzielle Krise der Schuldnerin so verlängert bzw. vertieft.

Unternehmen wird fortgeführt

Am heutigen Donnerstag stimmten die Gläubiger dem Sanierungsplanvorschlag schließlich mit einer Quote von 20,5 Prozent zahlbar innerhalb von 18 Monaten zu. Das Unternehmen wird damit fortgeführt. 8,5 Prozent erhalten die Gläubiger dabei innerhalb von vier Wochen, weitere sechs Prozent binnen zehn Monaten und die restlichen sechs Prozent binnen 18 Monaten, jeweils gerechnet ab Annahme des Sanierungsplanvorschlags, so der KSV.

Die finanziellen Mittel zur Erfüllung des nunmehrigen Angebotes kämen einerseits von dritter Seite. Andererseits sollen diese aus dem Fortbetrieb der Firma erwirtschaftet werden. Für die Gläubiger sei diese Lösung deshalb wesentlich attraktiver, weil im Falle einer Zerschlagung die Quote wesentlich niedriger ausfallen würde.

Heuer zweitgrößtes Insolvenzverfahren

Gemessen an der Höhe der Schulden handelt es sich heuer um das zweitgrößte Insolvenzverfahren in Vorarlberg: Im Konkursverfahren über die Fußacher Firma entec biogas gmbh betrugen die Verbindlichkeiten nach Angaben des KSV1870 rund 6,9 Mio. Euro. (red)

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