Nach jahrelanger Planung: Spatenstich für neue Rhein-Brücke Hard-Fußach

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Mit den ersten Vorarbeiten wurde bereits im Juli 2020 begonnen, am Donnerstag fand der offizielle Spatenstich für die neue Brücke statt.
Spatenstich für Rheinbrücke
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Am Donnerstag gab Landeshauptmann Markus Wallner gemeinsam mit Landesrat Marco Tittler und den Standortbürgermeistern im Rahmen eines offiziellen Spatenstichs den Startschuss für die Hauptarbeiten an der neuen Rheinbrücke Hard-Fußach. Hochwassersicherheit und neue verkehrstechnische Anforderungen sind der Motor für das Projekt, dessen Gesamtkosten sich auf rund 70 Millionen Euro belaufen. Davon kommen 12,45 Millionen Euro aus Bundesmitteln zum Schutzwasserbau der Republik Österreich, den großen Rest schultert das Land Vorarlberg. Die Baufertigstellung ist für Ende 2023 avisiert.

Investition in Hochwasserschutz

"Es ist unsere Aufgabe, aktiv in den Hochwasserschutz zu investieren", erklärt Wallner die Wichtigkeit des Projektes. Das sei man auch den nachfolgenden Generationen schuldig, denn ein Zuwarten könne fatale Folgen haben. Die 1972 eröffnete Rheinbrücke ist für die Wassermengen eines 300-jährigen Hochwasserereignisses nicht gewappnet. Baumstämme könnten sich in der Brückenkonstruktion verfangen, den Durchlass verstopfen und so in weiterer Folge ein Überlaufen oder einen Ausbruch des Rheins verursachen. Die neue Brücke soll diese Gefahrenquelle beseitigen.

Die Vorarbeiten haben bereits begonnen. Bild: VOL.AT/Mayer

Neubau statt Instandsetzung

Die Abteilung Straßenbau hat 2008 eine Variantenstudie beauftragt. Die Instandsetzungsvariante mit einer Anhebung der Brücke musste schließlich zugunsten der Hochwassersicherheit verworfen werden. 2010 beschloss die Landesregierung einen Neubau der Brücke. 2012 wurden die Planungsleistungen ausgeschrieben. Die Bewertungskommission entschied sich für den Entwurf der LAP (Leonhardt, Andrä und Partner) Schimette Consult und Dissing + Weitling für die architektonische Begleitplanung.

Stahlverbundsbrücke geplant

Im Computer steht die neue Rheinbrücke bereits. VLK/©Dissing+Weitling

Der Siegerentwurf passt sich in die Landschaft des Rheintals ein und zeigt in einem zurückhaltenden, jedoch unverwechselbaren Gesamterscheinungsbild eine vierfeldrige Stahlverbundbrücke mit aufgelöster Seilkonstruktion. Drei Pfeiler sind im Abflussquerschnitt des Rheins vorgesehen. Im Vergleich zur Bestandsbrücke wird die neue Brücke insgesamt bis zu 2,5 Meter angehoben, um bei einer Abflusskapazität des Rheins von 4.300 Kubikmetern pro Sekunde ein Freibord von einem Meter zu erreichen.

So soll die neue Brücke aussehen. Bild: VOL.AT/Mayer

Verkehrssicherheit erhöhen

Mit einer Gesamtbreite von 24,37 Metern umfasst die neue Brücke zwei Fahrstreifen und eine eigene Busspur. An Spitzentagen queren täglich über 4.300 Radfahrer und Fußgänger die Brücke, denen künftig ein drei bzw. fünf Meter breiter Geh- und Radweg im Zweirichtungsverkehr zur Verfügung steht. Die Rheinbrücke Hard-Fußach ist eine der am stärksten frequentieren Brücken des Landes, die täglich von rund 15.000 Autos überquert wird. Dem offiziellen Baubeginn sind intensive mehrjährige Vorarbeiten vorausgegangen. Der Neubau soll die Verkehrssicherheit erhöhen und die wichtige Verkehrsader leistungsfähiger machen.

So sieht der Plan für die Geh- und Radwege aus. VLK/©Dissing+Weitling

Bauarbeiten und Bauzeit

Die Genehmigung des Baubeschlusses erfolgte im Februar 2019, gefolgt von den wasser- und naturschutzrechtlichen Bewilligungen. Im Herbst 2019 erhielt die Bietergemeinschaft HABAU - MCE - Wilhelm+Mayer den Zuschlag für die Bauarbeiten. Im Juli 2020 haben die ersten bauvorbereitenden Maßnahmen begonnen. Neben der Rampe auf Seite Fußach erfolgte die Baustelleneinrichtung, es wurden Baustraßen errichtet und die Radwegumlegung in Fahrtrichtung Hard vorbereitet. Dieser wird temporär bis zur Errichtung einer neuen Radunterführung geregelt über die L202 geführt.

Auch die Trasse der Museumsbahn Rheinschauen wird neu verlegt werden. Zwischen Oktober 2021 und Jänner 2022 wird es zu einer temporären Sperre derselben kommen. Für den Sommer 2022 sind Fahrten zur Brücke und Baustellenbesuche angedacht. Aus Gründen des Hochwasserschutzes müssen die Hauptarbeiten von Dezember bis April stattfinden, da hier der geringste Hochwasserabfluss zu erwarten ist. Die neue Brücke inklusive der neuen Verkehrsführung wird im Sommer 2022 fertiggestellt sein. Danach wird die alte Bestandsbrücke abgetragen. Die Fertigstellung ist für Ende 2023 geplant.

(Red.)

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