Nach Innsbrucker Gewalttat: Denkmal der Liebe für Perry

MIchael "Perry" Perauer lebt in der Erinnerung seiner Familie fort.
MIchael "Perry" Perauer lebt in der Erinnerung seiner Familie fort.
Am 25. November 2018 starb Michael "Perry" Perauer nach einer Messerattacke. Ihm und allen Opfern von Gewalt gewidmet ist eine Skulptur, die heute in Tirol feierlich gesegnet wird.

Die Zeit rund um Ende November ist jedes Jahr mit die schwerste für Familie Perauer aus Bregenz. Vor drei Jahren wurde ihr Sohn Michael, damals als 21-Jähriger gemeinsam mit seinen Freunden in der Innsbrucker Bogenmeile unterwegs, Opfer einer brutalen Messerattacke. Ein Flüchtling aus Afghanistan, dem im Nachhinein Schizophrenie attestiert wurde, tötete ihren Sohn vor den Augen seiner Kollegen und riss den allerorts beliebten und lebenslustigen Jungen aus dem Leben. Ein schwerer Schlag für die Familie und den Freundeskreis, in ihrer Erinnerung lebt "Perry" aber für immer fort.

VOL.AT traf die Eltern Theresia und Wolfgang wie schon im Vorjahr in der Werkstatt, die ihrem Sohn und seinem Umfeld immer als willkommener Rückzugsort diente und in der Michael auch heute noch omnipräsent ist. Im sehr bewegenden Interview gewähren die beiden leidgeprüften Eltern Einblick in ihr Leben und wieso Hass oder Gewalt niemals einen Ausweg darstellen.

Die Einladung zum Gottesdienst und der anschließenden
Segnung der Skulptur in Innsbruck.
©handout/Perauer

"Ein Denkmal der Vergebung und Liebe, auch für unseren Perry"

Während so eine brutale und schreckliche Tat für viele ein Grund wäre, Hass und Ressentiments zu schüren, hat Familie Perauer einen anderen Weg gefunden, mit der Trauer umzugehen. Vor der Innsbrucker Dreiheiligenkirche, nahe dem Ort, an dem ihr Sohn auf schreckliche Art und Weise sein Leben lassen musste, entstand eine einzigartige Skulptur des Lustenauer Bildhauers Udo Rabensteiner, die stellvertretend für alle Opfer von Gewalt steil in den Himmel ragt. Heute wird diese Erinnerungsstätte feierlich in Form eines Gottesdienstes und anschließender Segnung eröffnet. "Ein Denkmal der Vergebung und Liebe, auch für unseren Perry", so die beiden Elternteile.

Die Skulpur vor der Dreiheiligenkirche in Innsbruck. ©handout/Perauer

"Zorn hinter uns lassen und
Gräben der Gesellschaft schließen"

"Perry lebt in unserer Erinnerung fort. Das Denkmal soll ein allgemeines Zeichen für Vergebung, Liebe und Zusammenhalt sein und nicht noch mehr trennen und spalten. Das wäre auch ganz im Sinne unseres Sohnes, der immer ein offenes Ohr für alle gehabt hat", informiert Theresia Perauer über die Hintergründe. Auch Vater Wolfgang schlägt in dieselbe Kerbe: "Anfangs herrschte nur ohnmächtige Leere, Hass und Zorn. Ich habe eine Zeit lang gebraucht, bis ich diese negativen Gefühle, auch dank unseres Vertrauens in Gott, in Vergebung verwandeln konnte. Wir möchten den Menschen zeigen, wenn wir als Eltern solche Gefühle rund um den Verlust unseres geliebten Sohnes hinter uns lassen können, ganz andere Gräben in unserer Gesellschaft geschlossen werden können. Und das ist gerade jetzt wieder aktueller denn je."

Wer sich von der bewegenden Geschichte der Familie Perauer ein umfassendes Bild machen möchte, hat mit dieser liebevoll aufbereiteten Homepage die Gelegenheit dazu.

Perry Forever.

(VOL.AT)

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