"Nach der WM ist vor der EM"

Nach dem Finale der Fußball-WM 2006 tritt die EURO 2008 aus dem medialen Schatten. Seit Montag, 698 Tage vor dem Eröffnungsspieles am 7. Juni, sind die Blicke auf die Ausrichter Österreich und Schweiz gerichtet.

“Nach der WM ist vor der EM. Unser Ziel ist es, die beste Europameisterschaft aller Zeiten zu veranstalten. Wir sind jetzt mit den Vorarbeiten bereits weiter, als es alle anderen EM-Gastgeber zuvor zu diesem Zeitpunkt waren”, erklärte ÖFB-Präsident Friedrich Stickler. Organisatorisch sind die Vorbereitungen im Plan, sportlich geht es mit der Qualifikation am 2. September los. Das ÖFB-Team, das sportlich großen Aufholbedarf hat, startet seinen Countdown am 16. August gegen Ungarn, und für das OK bleibt die große Herausforderung, Voraussetzungen für eine ähnliche fröhliche Stimmung zu schaffen wie in Deutschland.

Welche Möglichkeiten der Image-Werbung ein so großes Turnier bietet, davon konnten sich österreichische Delegationen in Deutschland ein Bild machen. Auch die “Basler Zeitung” sieht eine große Chance kommen. “Vielleicht dämmert es denen, die hierzulande noch als Bedenkenträger unterwegs sind, was der Schweiz und ihrem Partner Österreich bevorsteht: Zwar eine gewaltige organisatorische Aufgabe, aber als Lohn unbeschwerte Bilder voller Fröhlichkeit, wie sie uns aus Deutschland überflutet haben”, schrieb die Tageszeitung.

Stickler sieht das ebenso. “Wir dürfen ein wunderbares sportliches Ereignis miterleben, das alle organisatorischen Erwartungen übertrifft”, erklärte er bei einem Besuch in München. Er ist überzeugt, dass auch in Österreich eine ähnliche Party-Stimmung erzeugt werden kann, Fan-Zonen sind in allen vier EM-Spielorten Wien, Klagenfurt, Salzburg und Innsbruck geplant.

In punkto Organisation, Fan- und Team-Betreuung und Sicherheit will man sich vom Nachbarn einiges abschauen, im Ticketing will man unbürokratischere Wege gehen. Der Verkauf per Internet beginnt im Frühjahr 2007. Auch im Hospitality-Bereich und beim kulturellen Rahmenprogramm wird die EURO eine Dimension kleiner geplant.

Kleiner werden auch die Stadien sein. Das Ernst Happel-Stadion in Wien, wo am 29. Juni 2008 das Finale ausgetragen wird, fasst knapp über 50.000 Zuschauer, die anderen 30.000 Sitzplätze. Die Bau bzw. Umbauarbeiten sind in vollem Gange.

Der nächst offizielle Termin ist für 27. März angesetzt: Dann wird in Wien das Turnier-Maskottchen präsentiert. Die Qualifikation wird im November 2007 abgeschlossen, die Auslosung der Gruppenphase mit den 16 Teilnehmer-Länder erfolgt am 2. Dezember kommenden Jahres in Luzern. Bis dahin wartet nicht nur auf das OK, sondern auch auf Teamchef Hickersberger viel Arbeit. Denn wie eine erfolgreiche Mannschaft eine Euphorie entfachen kann, haben Jürgen Klinsmann und seine Schützlinge gezeigt. Davon sind die Österreicher derzeit wohl am weitesten entfernt.

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