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Nach Blutbad in Florida: Settele analysiert US-Problem

©Screenshot ORF, AP
Hanno Settele war lange Jahre ORF-Korrespondent in den USA und erläutert, weshalb Amerika das Problem mit Amokläufen nicht unter Kontrolle bekommt.
Bilder der Trauer und Verzweiflung
17 Tote nach Schießerei an Schule
Blutbad an US-Schule in Florida erschüttert USA – 17 Menschen tot
Hannelore Veith (ORF) über die Schießerei in Florida

Blutbad an US-Schule: 150 Massaker seit 1966

Seit 1. August 1966 sind in den USA 150 Massaker mit vier oder mehr Toten verübt worden. Das bedeutet, dass praktisch in jedem Jahr drei solcher Bluttaten begangen wurden.Das geht aus einer Analyse der “Washington Post” hervor, die sich nach dem Amoklauf an einer Schule in Florida solche Verbrechen angesehen hat.

Es handle sich dabei ausschließlich um Massenschießereien im öffentlichen Raum. Nicht inkludiert hat die Zeitung tödliche Auseinandersetzungen von Gangs oder aus dem Ruder gelaufene Überfälle, ebenso Blutbäder, die ausschließlich in Privatdomizilen verübt wurden. “Eine breitere Definition hätte viel höhere Zahlen erbracht”, schreibt die “Washington Post” in ihrer Online-Ausgabe.

Opfer nicht ausgewählt

Die Untersuchung startet mit dem Massaker, das ein Student am 1. August 1966 an der Universität von Texas verübt hat. Von der Aussichtsplattform des Uhrturms erschoss der Heckenschütze wahllos 17 Menschen, bevor ihn die Polizei tötete. Insofern war das Massaker schon typisch. Die Täter wählen ihre Opfer nicht aus. Sie schießen auf Menschen, die einfach da sind.

1.077 Menschen wurden bei diesen Bluttaten umgebracht. 162 von ihnen waren Kinder und Jugendliche. Das jüngste Opfer war der acht Monate alte Carlos Reyes, der 1984 mit seiner Mutter in einem Fastfood-Lokal in San Ysidro in Kalifornien ums Leben kam, als ein arbeitsloser Vater zweier Kinder das Feuer eröffnete. Das älteste Opfer war die 98-jährige Louise De Kler, die 2009 in einem Gesundheitszentrum in North Carolina starb. Zu den Toten kamen tausende Verwundete, oft mit bleibenden Schäden.

150 Täter

Sieht man sich die Täterseite an, so handelte es sich der “Washington Post” zufolge praktisch um einzelne Männer. 153 Täter verübten die 150 Massaker. 150 von ihnen waren Männer, die meisten von ihnen zwischen 20 und 49 Jahre alt. Mehr als die Hälfte – nämlich 88 – kam selbst am oder in der Nähe des Tatortes um, viele von ihnen verübten Selbstmord. Bis 2006 waren alle Täter männlich. Die jüngsten Killer waren ein Elf- und ein 13-Jähriger: Sie lösten 1998 den Feueralarm an ihrer Mittelschule in Jonesboro in Arkansas aus und eröffneten dann das Feuer von einem hölzernen Sitzplatz aus. Sie töteten vier Mädchen und einen Lehrer, weitere zehn Menschen wurden dabei verletzt.

Großteil legale Waffen

Bei den 150 Massakern waren 292 Schusswaffen im Einsatz. Viele Täter trugen zumindest zwei Waffen. Einer wurde mit 24 erwischt. Deutlich mehr als die Hälfte der eingesetzten Waffen wurde legal erworben. Das traf auf genau 166 zu. 49 Schusswaffen waren illegal. Bei den restlichen 77 Mordwerkzeugen blieb unklar, wie die Killer an sie gekommen waren. Bei vielen Tatwaffen handelte es sich halbautomatische Gewehre, besonders beliebt war dabei die AR-15, eine zivile Version des US-Sturmgewehrs M16. Oft wurden auch Pistolen praktisch aller Fabrikate eingesetzt, etwas seltener Revolver. Dazu kamen Pumpguns, eher selten Maschinenpistolen und in einem Fall auch ein Maschinengewehr.

Nur wenige der 50 US-Bundesstaaten sind bisher von Massakern verschont geblieben. Registriert wurden solche Taten in 41 Staaten und im District of Columbia mit der Hauptstadt Washington. Die meisten Blutbäder gab es in Kalifornien, wo laut “Washington Post” 23 der 150 Taten verübt wurden. Obwohl oft als besonders spektakulär in Erinnerung, machten Amokläufe in Schulen und religiösen Stätten nur relativ wenige der Massaker aus. Weitaus öfters gingen die Killer in Büros und Geschäftslokale sowie Gastronomiebetriebe.

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