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Mutmaßliche Millionenbetrüger in Feldkirch vor Gericht

Feldkirch – Der Kleinwalsertal-Fall um gefälschte Dollarnoten wird vor Gericht erst am 2. März verhandelt. Der Prozess war für Dienstag geplant; musste aber vertagt werden.
Vorbericht: Versuchter Millionenbetrug im Kleinwalsertal

Auf Grund eines Missverständnisses wurden die Schöffen vom Gericht nicht geladen und ohne Laienrichter kann der Prozess nicht durchgeführt werden. Außerdem hatten zwei Zeugen nicht auf ihre Ladung reagiert, womit das Verfahren ohnedies in einem zweiten Anlauf hätte erledigt werden müssen.

Verhandelt wird dann der Fall von zwei Deutschen, die im Jänner vergangenen Jahres in Riezlern im Kleinwalsertal Falschgeld und wertlose Zertifikate mit einem Nominalwert von einer halben Milliarde Dollar in echtes Geld umtauschen wollten. Ob die beiden Betrüger sind, soll das Landesgericht Feldkirch klären. Angeklagt sind der 46-jährige ehemalige deutsche Rechtsanwalt Ralf H. und sein 52-jähriger Landsmann Dietmar B. Silberzertifikate und Geldscheine in der Höhe von 500 Millionen Dollar sollten laut Staatsanwaltschaft den Männern zu schnellem Reichtum verhelfen. Das Motiv: Der Anwalt war in Geldnot, hatte seine Lizenz verloren, hoffte auf ein Wunder. Sein Geschäftspartner – ebenfalls pleite, arbeitslos und – was krumme Touren betrifft – nicht ganz unerfahren. Über viele Umwege gelangte das „Tauschmaterial“ in die Hände der Männer. Ein Teil stammt angeblich von einem Albaner, ein Schweizer Landschaftsgärtner soll zeitweilig im Besitz der Papiere gewesen sein. Im Hintergrund gibt es noch einen niederländischen Devisenhändler, der als Zeuge geladen wurde. Jedenfalls sollte die Bankangestellte der Volksbank in Riezlern den Tauschbetrag mehreren Konten gutschreiben.

Gutgläubig

Während Dietmar B. in U-Haft sitzt, reist der Ex-Rechtsanwalt aus seiner Heimat zum Prozess an. „Mein Mandant glaubte an die Echtheit der Scheine und wollte sie zur Sicherheit überprüfen lassen“, so Verteidiger Martin Mennel. Bei den Einvernahmen fällt auf, dass sich alle, die an diesem Geschäft in irgendeiner Form beteiligt waren, den Schwarzen Peter nun gegenseitig zuschieben. Wer von den Zeugen kommt und aussagt, ist daher ungewiss. Immer wieder wurde offenbar deutlich, dass mit den Geldnoten und Zertifikaten etwas nicht stimmt; dass sie nichts wert sind. Der Knackpunkt wird aber sein, ob die beiden Angeklagten dies wussten. Gibt es keine stichhaltigen Beweise für ihre verbrecherischen Absichten, können sie sich über einen Freispruch freuen. Wird ihnen der versuchte schwere Betrug sowie Besitz und Weitergabe von Falschgeld und Wertpapieren nachgewiesen, müssen sie sich auf mehrere Jahre Haft gefasst machen. Der Prozess wurde für den ganzen Tag anberaumt.

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