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Musterer-Feier ohne Abstand: "Hätte man anders organisieren können"

©Stiplovsek, VOL.AT/Mayer, Leserreporter
Fotos der Musterer-Feier in Schwarzenberg vor mehreren Wochen sorgen für Wirbel - nicht zuletzt, weil darauf auch der Bürgermeister zu sehen ist.
Musterer-Feier im Tanzhaus
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Zahlreiche Bregenzerwälder Gemeinden haben derzeit mit steigenden Corona-Zahlen zu kämpfen. Darunter ist auch Schwarzenberg. Dort wurden zuletzt 48 aktive Corona-Fälle gezählt.

Die Suche nach den "Schuldigen" war bislang erfolglos. Laut der Gemeinde gab es auch keinen Hinweis auf Feiern oder Ähnliches. Ein Foto sorgt in diesem Zusammenhang derzeit für Wirbel. Der Grund: Es zeigt eine Feier der Musterer im "Tanzhaus" im Ortszentrum vor vielen Wochen. Mit rund 30 Personen und ohne Abstand und Maske. Unter den Feiernden haben Einheimische auch den Bürgermeister selbst ausgemacht.

Musterer trafen sich im Tanzhaus

"Das ist jedes Jahr so", meint Bürgermeister Josef Anton Schmid zu den Musterungen. Bereits im Frühling habe es eine Musterung gegeben, bei der es keine Feier gab. Als dann die Öffnungsschritte gekommen seien, habe man die neun Musterer in ein Gasthaus zum Essen eingeladen. "Dann ist es bei uns üblich, dass sich die Musterer im Tanzhaus treffen", so Schmid gegenüber VOL.AT. "Das ist von der Polizei kontrolliert worden." Am Samstag hätten er, der Vizebürgermeister und Mitglieder des Gemeindevorstands sich vor Ort versichern wollen, dass das ganze pünktlich zur Sperrstunde vorbei sei. Um 10 vor acht habe die Polizei das dann auch noch kontrolliert und es sei Schluss gewesen.

Musterer feierten im Tanzhaus. Bild: Leserreporter

"Polizei hätte das auflösen können"

"Das ist klar, dass da eine Menschenansammlung war", verdeutlicht der Bürgermeister im VOL.AT-Interview. Im Nachhinein wäre es wohl klüger gewesen, das ganze komplett zu verbieten. Hätte man das gemacht, hätten die Jugendlichen allerdings anderorts gefeiert, meint er. "Mir ist lieber, man sieht ein bisschen dazu, als sie sind irgendwo in einem Keller." Dort sei die Ansteckungsgefahr auch sicher nicht geringer. "Die Polizei hätte das auflösen können, hat es aber nicht gemacht", gibt Schmid zu verstehen. Auch, wenn man sie vertrieben hätte, hätten sie sonst wo weitergefeiert, ist sich das Gemeindeoberhaupt sicher. "Schlauer wäre es gewesen von der Politik her, dass man die Musterung gar nicht hat oder in einer anderen Form", so der Bürgermeister. "Das hätte man anders organisieren können, das ist im Nachhinein klar." Die Musterer-Feier sei allerdings nicht schuld an den steigenden Infektionszahlen, stellt er klar.

Übertretungen wurden abgemahnt

"Da waren wir regelmäßig vor Ort bei dieser Veranstaltung und haben immer wieder auf die jungen Herren eingewirkt und versucht, dass der Abstand eingehalten wird", so die Auskunft der zuständigen Polizeiinspektion Egg zur Musterer-Feier. Es habe bereits damals massive Kritik gegeben, aber es habe damals kein Ausgangsverbot und auch keine Maskenpflicht, wie es sie jetzt gebe, bestanden. "Die festgestellten Übertretungen wurden abgemahnt und angezeigt", erklärt Kommandant Anton Gerbis auf VOL.AT-Anfrage. "Wir wissen ja alle, wie emotional das Thema ist", meint er. "Die einen sagen: 'Lasst die armen Buben in Ruhe' und die anderen sagen 'ist das verantwortungslos'." Die Bandbreite sei hier nach wie vor riesig. "Was zu diesem Zeitpunkt gesetzlich vorgesehen war, so sind wir vorgegangen und haben auch einige Anzeigen geschrieben." Die BH habe auch Strafen ausgesprochen. "Es war eine Gratwanderung, aber das ist es immer noch", so Gerbis im VOL.AT-Telefoninterview.

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(VOL.AT)

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