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Musikerin mit Leidenschaft

Ildiko Horvath lebt seit 1979 in Vorarlberg, hat zahlreiche Kinder und Jugendliche unterrichtet und wirkt in Orchestern führend mit.
Ildiko Horvath lebt seit 1979 in Vorarlberg, hat zahlreiche Kinder und Jugendliche unterrichtet und wirkt in Orchestern führend mit. ©VN/HH
Ludesch (VN/Christa Dietrich-Rudas) – Viele sind dankbar, dass Ildiko Horvath einmal für sie die „erste Geige“ spielte.

Die Honeck-Kinder, von denen einige wie etwa der Dirigent Manfred und der Geiger Rainer Honeck, international Karriere gemacht haben, waren bei ihr im Unterricht, Kirill Petrenko, der Weltklasse-Maestro hat sich als kleiner Bub bei der Pädagogin wertvolle Tipps geholt. Gelegentlich fuhr er mit Ildiko Horvath auch zu Konzert- oder Opern-Veranstaltungen nach Zürich. Die Musikerin erinnert sich heute noch gerne an das hochbegabte und stets wissbegierige Kind, das nun – Jahrzehnte später – zu den gefeiertsten Dirigenten der Welt zählt, demnächst Generalmusikdirektor an der Staatsoper München wird, und bei den Bayreuther Festspielen den Jubiläums-„Ring“ zum 200. Geburtstag von Richard Wagner dirigiert. Die Verbindung zu seiner Vorarlberger Heimat hat der in Omsk geborene, aber hier aufgewachsene Dirigent nie abgebrochen, mit dem Symphonieorchester Vorarlberg realisiert er einen Mahler-Zyklus. Bislang saß Ildiko Horvath auch in den Musikerreihen, nur heuer geht es sich nicht aus, der Unterhaltungsgruppe Ludesch ist sie nämlich auch noch herzlich verbunden. Vor Kurzem hatte die seltener gespielte Kálmán-Operette „Die Herzogin von Chicago“ Premiere. Einige Aufführungen stehen noch an. Die Geigerin und Konzertmeisterin weiß das enorme Engagement der Mitwirkenden zu schätzen, lobt die Qualität der Sänger, arbeitet gerne mit dem Dirigenten Harald Hronek, betont, dass hier seit einigen Jahren ein sehr gutes Regieteam am Werk ist und genießt die Atmosphäre in der kleinen Blumenegghalle: „Qualität ist wichtig, aber auch die Begeisterung.“ Die Vorarlberger seien durchaus kulturhungrig, das habe sie gleich nach ihrer Ankunft im Jahr 1979 festgestellt. Damals war noch viel aufzubauen. Mit Musikern der Wiener Philharmoniker war die aus Györ stammende Künstlerin bei Internationalen Musikwochen im Tiroler Festspielort Erl. Dort versuchte sie Alfred Mayer für seine Musikschule Mittleres Rheintal anzuwerben. „Am Anfang war es schon ein bisschen schwierig“, kommentiert sie die Aufbaujahre, in denen sie führend für die Geigenklasse und für die Orchestererziehung samt Einrichtung von Klangkörpern für Kinder und Jugendliche verschiedener Altersstufen verantwortlich war. Letztlich konnte man aber rasch Erfolge erzielen und die jungen Leute begeistern. „Ich habe sehr gerne mit den Kindern gearbeitet, sie haben sehr schnell nachvollziehen können, dass die Musik eben eine Weltsprache ist und waren höchst interessiert, als wir zu Orchesterreisen bis nach Paris aufbrachen.“

Musik gehört zum Leben

Viele ihrer Schüler haben Preise bei Wettbewerben wie „Prima la Musica“ gewonnen, die Tochter hat ebenfalls Musik studiert und die Enkelin spielt gleich mehrere Instrumente. In der Familie Horvath gehört Musik zum Leben, der Vater, inzwischen 100 Jahre alt, sei ihr strenger Kritiker gewesen, erzählt sie. Und wenn sie sich wie jetzt in Ludesch erneut für die Musiktheaterszene in der Region engagiert, dann spielt sie die erste Geige nicht nur mit enormer Kenntnis, sondern auch mit großer Leidenschaft. Einfach, weil es sehr wichtig sei, dass die Menschen in Vorarlberg diese Erfahrung machen können und ein schönes Erlebnis haben.

Zur Person: Ildiko Horvath

  • Geboren: in Györ, seit 1979 in Vorarlberg
  • Ausbildung: Violin- und Musiktheorie-Studium an den Hochschulen in Györ und Budapest
  • Laufbahn: Musikerin, Mitglied in internationalen und regionalen Orchestern (darunter dem Symphonieorchester Vorarlberg), Konzertmeisterin, Pädagogin
  • Wohnort: Rankweil
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