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Moretti als wirrer Cop in "Umbra Mortis"

Als "packend harter Thriller" wird der neue Film von Urs Egger angepriesen, in der Rolle eines "quer denkenden Polizisten am Rande der sozialen Verträglichkeit" agiert Tobias Moretti.

Erste Einblicke in die Dreharbeiten der ORF/RTL-Koproduktion „Umbra Mortis – Der Schatten des Todes“ (Lisa Film) bestätigten dann auch: Die Story rund um einen Serienkiller, der in Wien sein Unwesen und die Polizisten in den Wahnsinn treibt, ist nicht nur packend, sondern auch schlagend: Denn schnell kommt unter den Ermittlern der voreilige Verdacht auf, dass es sich um rituelle Morde im muslimischen Umfeld handeln könnte. Heute, Mittwoch, drehte man den Sturm der WEGA auf ein türkisches Cafe.

Es sind gerade diese Vorurteile, die Tobias Moretti und seine Kollegen hinter den Kulissen beschäftigen: „Ein ritueller Mord evoziert gleich den Reflex, dass es sich um muslimische Täter handeln könnte“, so Tim Seyfi, der einen türkischen Polizisten spielt. „Es ist erstaunlich, dass auch intelligente Menschen noch immer darauf reinfallen.“ Dass auch der Polizist Thomas Dorn (Moretti) sich an diese Klischees klammert, ist für Moretti klar. „Aber das ist nicht der Hauptteil der Geschichte“, so der Schauspieler, der heute seinen 48. Geburtstag feiert. Ihn interessiere die Rolle des Kommissars, der sich, angetrieben von den Schatten seiner eigenen Vergangenheit und den internen Machtkämpfen, immer mehr in die Ermittlungen verstrickt und sich mit seinen Methoden oft am Rande der Legalität bewegt.

„Um die Divergenz kommt man allerdings nicht herum“, so Moretti, dem es wichtig ist, in einem Genrefilm nicht nur die gute oder die böse Seite zu verkörpern, sondern „etwas dazwischen, das nicht so schwarz-weiߓ sei. So verschwimmen im Drehbuch von Don Bohlinger denn auch die Grenzen zwischen Jäger und Gejagtem. Wer am Ende der wirkliche Täter ist, wird klarerweise erst im Frühjahr 2008 im TV enthüllt.

An der Seite Morettis stehen Silke Bodenbender als engagierte neue Profilerin Monika Faber und Christoph Waltz als ehrgeiziger Kollege und Gegner von Thomas Dorn. In Frage gestellt werden die vorschnellen Schuldzuweisungen von einem türkischen Polizeikollegen (Tim Seyfi), während der Polizeichef (Christian Redl) jedoch auf eine schnelle Klärung des Falls drängt.

Trotz aller Gewalt ist die Stimmung auf dem Set entspannt und heiter. Gedreht wird in einer aufgelassenen Stahlverarbeitungsfabrik im 20. Wiener Gemeindebezirk, Schauplatz ist ein dort im ersten Stock aufgebautes schäbiges türkisches Kaffeehaus. Szene 1059/2 muss an diesem Tag fünf Mal gedreht werden. Mit großem Gepolter entern Beamte der WEGA den Raum, die überraschten türkischen Kaffeehaus-Gäste werden an die Wand gedrängt, der eine oder andere zu Boden gestoßen. Ganz hinten im Raum sitzt Regisseur Urs Egger, der auf seinem kleinen Bildschirm immer wieder die gerade gedrehten 30 Sekunden abspult. Die Präzision des Regisseurs von „Opernball“ nehmen alle gelassen: Was am Ende fehlt, ist der richtige Blick. Weil Polizist A nicht dorthin geschaut hat, wo Polizist B (im Off) gerade einen einen Verdächtigen niedergeschlagen hat.

Seit dem 14. Juni wird die Koproduktion gedreht, noch bis Ende August laufen die Arbeiten an „Umbra Mortis“. An Quoten oder Altersfreigaben will Moretti während des Drehs nicht denken. „Im Zentrum steht die Geschichte und die Art und Weise, wie dieser Genrefilm erzählt wird“, so der Hauptdarsteller, der für diese Rolle ein Engagement als Adolf Hitler im neuen Tom-Cruise-Film „Valkyrie“ abgelehnt hat. Im Frühjahr 2008 soll die zweiteilige Produktion ins Fernsehen kommen.

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