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Mordversuch aus Willkür: Taxilenker attackiert

Lebensgefährliche Verletzungen durch 20 Messerstiche hat ein Taxilenker in Wien erlitten. Die mutmaßlichen jugendlichen Täter, wollten ihr Opfer nicht nur berauben, sondern töten.

Jugendliche wollten Taxilenker in Wien töten: „Du musst sterben“
Utl.: Opfer nach 20 Messerstichen in Lebensgefahr – 17-Jährige gingen
mit „unglaublicher Brutalität und Gefühlskälte“ vor =
Das sagte Hofrat Ernst Geiger, Leiter der Kriminaldirektion 1, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Als der 66-jährige Chauffeur um sein Leben flehte, meinten seine Peiniger kalt: „Du musst jetzt sterben.“ Die Ermittler zeigten sich von der „unglaublichen Brutalität und Gefühlskälte“ des Trios erschüttert.

Der Taxler hatte die drogensüchtigen Burschen am Sonntagabend beim Donauzentrum aufgenommen. Die Teenager ließen sich in die Nähe des Stadlauer Friedhofs bringen. Unterwegs plauderten sie mit dem Fahrer über seinen Job, fragten ob er schon einmal überfallen worden sei – und ob er eine Waffe bei sich trage. An der angegebenen Adresse begannen sie auf den 66-Jährigen einzuschlagen und einzustechen. Der Mann flüchtete aus dem Wagen, wurde aber auf der Straße eingeholt, wieder geprügelt und mit einem Butterfly- und einem Wurfmesser traktiert. Nur weil ein Auto vorbei kam, flüchteten die Kriminellen.

Der Taxilenker wurde mit Stichverletzungen im Bauch, im Rücken, an der Lunge und an der Leber ins Spital gebracht. Er befand sich am Mittwoch noch im künstlichen Tiefschlaf. Auch wenn sein Zustand vorerst als stabil bezeichnet wurde, war die Lebensgefahr nicht gebannt. Den Beamten der Gruppe Hoffmann konnte der Mann nur wenige Hinweise geben: „Drei Täter, drei Wiener.“

Die Ermittlungen in der Szene rund um das Donauzentrum führten die Kriminalisten schließlich auf die Spur von Günter S. An seinem Wohnort in einem Jugendheim in Favoriten fanden sie das Handy des Taxlers sowie Blutspuren an einer Jacke. Der 17-Jährige gestand laut Dr. Hannes Scherz, stv. Leiter der Kriminaldirektion 1, rasch die Tat. Zwei Freunde nannte er als Komplizen. Den Aussagen der Burschen zufolge waren sie mit dem Vorsatz ins Auto gestiegen, ihr Opfer zu ermorden.

Als Haupttäter gilt Martin L. Er stammt aus einem zerrüttelten sozialen Umfeld, kam früh ins Heim und schon als Neunjähriger mit dem Gesetz in Konflikt. Er war erst im Dezember aus der Haft entlassen worden. L. soll gemeinsam mit S. auf den Mann eingestochen haben. Stefan F. aus Simmering soll in erster Linie für den Raub einer Geldbörse mit 100 Euro verantwortlich sein. Mit einem Teil des Geldes kauften sich die seit langer Zeit heroin- und kokainabhängigen Burschen Drogen.

Details über die eiskalte Planung der Tat berichtete Geiger:
Demnach wollte das Trio zuerst einen Homosexuellen töten, konnte jedoch keinen finden. Dann kam die Rede auf eine alte Frau, schließlich entschied man sich für einen Taxilenker. Nun wird geprüft, ob die arbeitslosen Jugendlichen noch für weitere Delikte verantwortlich sind.

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