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Mordfall im Bregenzerwald: Familie von Bekir im Interview

Bregenz -  Nach Mordfall im Bregenzerwald: Die Trauer der Familie nach dem Tod von Bekir C. ist unermesslich.
Leiche in Hittisau gefunden
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Schock und Trauer Langenegg
"Bekir war ein freundlicher junger Mann"

„Er war mein Herz. Ein Kind ist dein Leben.“ Mehmet C. (62), Vater des vor zwei Wochen brutal ermordeten Bekir C. (26), wirft den Kopf zur Seite, hält inne und kämpft mit den Tränen. Jede weitere Frage über seine Beziehung zu Bekir verbietet sich. Rechts neben ihm in der Kanzlei von Rechtsanwalt Nicolas Stieger sitzt Seda. Erst 22 Jahre ist sie, im dritten Monat schwanger – und bereits Witwe. Und dann ist da noch Mustafa (36), der Bruder. Und Bekirs Schwester Zeynep, 33. Sie reden über Bekirs letzte Stunden, ihre Gefühle, über Dinge, die sie jetzt noch nicht verstehen. Nicht verstehen können.

Zusammen gearbeitet

Seda erzählt. „Zuerst rief die Polizei Hittisau bei mir an. Wo ist Ihr Mann? – fragten sie mich. Dann kam die Wolfurter Polizei zu mir. Auch sie wollten wissen, wo mein Mann ist. Sie sagten mir nicht wirklich, was da los ist.“ Eltern und Geschwister Bekirs, die im selben Haus wohnen, schwante Ungutes. Schließlich erfuhren sie von der Auseinandersetzung mit Necmettin G. Sie fuhren nach Langenegg. Sie suchten Bekir in der Nacht. Sie suchten ihn weiter am Tag. Sie gingen auch auf den Posten in Hittis­au. „Wissen Sie“, sagt Vater Mehmet, „ich habe mit dem Verdächtigen zwölf Jahre in derselben Firma gearbeitet. Ich kannte ihn. Ich habe ihn am Posten konfrontiert, ihn gefragt: Was ist mit meinem Sohn? Er sah mir in die Augen und antwortete: ‚Glaubst du wirklich, ich hätte deinem Sohn etwas getan? Dem Sohn von jemandem, mit dem ich zwölf Jahre zusammen gearbeitet habe?“

„Der Benjamin“

Sie glaubten, Bekir würde irgendwo bewusstlos liegen. Oder dass man ihn entführt habe. Bekir hatte ja gelegentlich Flausen im Kopf. „Er war unser Jüngster. Der Benjamin. Er hat manche Dummheit gemacht. Früher.“ Mustafa lächelt. Doch sein Gesichtsausdruck nimmt bald bittere Züge an. „Wer soll so etwas verstehen. Dass man jemanden einfach erschießt. Weswegen? Man soll da nicht von türkischen Sitten reden. Wir sind auch türkisch-stämmig. So etwas ist außerhalb unserer Denkweise und Vorstellung. Das ist doch nur abscheulich.“ Dass Bekir ein Verhältnis mit Necmettin G‘s. Tochter hatte, will die Familie nicht glauben. „Da war etwas anderes“, ist Mustafa überzeugt. Necmettin G. war Vater Mehmet als aufbrausend und jähzornig bekannt. „Aber ich hatte damals mit ihm überhaupt nichts zu tun. Wir arbeiteten nur miteinander.“

Witwe schwanger

Bekir habe sich rührend um seine Frau gekümmert. „Er rief mich von seiner Arbeit immer an. Auch kurz bevor er nach Hause kam. An diesem Tag aber nicht. Er hätte gegen 22 Uhr nach Hause kommen sollen“, erzählt Seda stockend. Die junge Frau weiß nicht, wie es ohne ihren Mann weiter geht. Am 12. April hatte sie Bekir von ihrer Schwangerschaft informiert. „Er freute sich, wollte arbeiten, sich seiner Verantwortung stellen“, ergänzt Mustafa. Bekir war beliebt. Hunderte Menschen aus Österreich und der Türkei haben sich entweder persönlich oder via elektronische Medien zu seinem Tod geäußert. Jetzt ruht Bekir für immer in türkischer Erde. Und Vater Mehmet würde am liebsten zum mutmaßlichen Mörder gehen, ihm fest in die Augen schauen und sagen: „Warum hast du einer Familie diesen Menschen genommen?“

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