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Moralgesetze made in USA

Bizarre Gesetze oder örtliche Verordnungen zur öffentlichen Moral, die es in den USA einst gab oder immer noch gibt.

Wer weiblich ist und im US-Bundesstaat Kentucky lebt, sollte sich nicht im Badeanzug auf der Autobahn zeigen – es sei denn in Begleitung von zwei Polizisten oder bewaffnet mit einem Knüppel. In Quitman (Georgia) ist es illegal, Schaufensterpuppen umzukleiden, wenn die Jalousien nicht zugezogen sind. Allein stehende Frauen in Florida dürfen sonntags nicht Fallschirmspringen. Und Valentinstag hin oder her: In Halethorpe (Maryland) ist das Küssen auf eine Sekunde begrenzt.

Das sind nur einige wenige von hunderten bizarren Gesetzen oder örtlichen Verordnungen zur öffentlichen Moral, die es in den USA einst gab oder immer noch gibt. Haben viele ihren Ursprung im puritanischen Neuengland des 17. Jahrhunderts, wurden sie im Laufe der Zeit abgeschafft oder schlichtweg vergessen. Das heißt, sie bestehen noch auf dem Papier, aber werden schon längst nicht mehr angewendet. Zum Glück für Popstar Janet Jackson: Man stelle sich nur vor, was ihr die kürzliche Busenenthüllung bei der Super Bowl an Strafe hätte eintragen können, wenn es beispielsweise in Raton (New Mexico) schon verboten ist, im Kimono durch die Straßen zu reiten.

Experten, die sich um eine Auflistung der alten Gesetze bemüht haben, weisen selbst darauf hin, dass sich deren Existenz in vielen Fällen nicht verifizieren lässt. Das heißt, es könnte sich schlicht um eine Erfindung handeln. Aber so oder so darf geschmunzelt werden – was sicher schwer fällt, wenn man in Little Rock (Arkansas) lebt und beim Flirten auf offener Straße erwischt wird. Das kann nämlich mit 30 Tagen Haft geahndet werden. Da setzt man in Pasadena (Kalifornien) doch lieber gleich auf Vorbeugung: Hier ist es verboten, dass sich eine Sekretärin allein mit ihrem Chef in einem Raum aufhält.

In Tucson (Arizona) sind es laut Verordnung immer noch ausschließlich die Männer, die die Hosen anhaben. Dafür ist es ihnen in Miami (Florida) aber untersagt, trägerlose Kleider zu tragen, und in Logan County (Colorado) droht ihnen eine Strafe, wenn sie eine schlafende Frau küssen. Dass sich weder Männlein noch Weiblein in Columbia (Georgia) in anstößiger Pose auf ihrer Veranda vor dem Haus zeigen dürfen, versteht sich da schon von selbst. In Chicago (Illinois) ist das Angeln verboten, wenn man einen Pyjama trägt.

Noch schlechter geht es Frauen in St. Louis (Missouri) – jedenfalls wenn es brennt. Die Feuerwehr darf sie nur retten, wenn sie nur mit einem Nachthemd bekleidet sind. Sittsamkeit empfiehlt sich auch in Carlsbad (New Mexico) während der Mittagspause. Sex im Auto ist dann nämlich tabu, wenn die Wagenfenster nicht mit Vorhängen bedeckt sind.

Auch die Tiere können ihren Trieben keineswegs überall freien Lauf lassen. Sex auf der Straße – für Elche in Fairbanks (Alaska) kommt das nicht in Frage. Katzen, Hunde und andere „zahme Tiere“ in Ventura County (Kalifornien) können sich zumindest vergnügen, wenn sie vorher eine Genehmigung beantragen. Herrchen wiederum darf Frauchen zwar beim Putzen helfen, aber wehe ihm, wenn er ihr in Maine (Portland) mit dem Staubwedel das Kinn kitzelt. In Portland (Ohio) stehen Lackschuhe für die Damen auf der „No-No-Liste“: Es könnte sich ja darin die Unterwäsche widerspiegeln. Und um beim Thema zu bleiben:

Auto waschen, gerne, so heißt es in San Francisco (Kalifornien). Aber bitte nicht mit benutzten Unterhosen als Putzlappen.

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