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Montgomery flüchtet von deutschem Zeitungsmarkt

Nur rund drei Jahre nach seinem Einstieg bei der "Berliner Zeitung" zieht sich der umstrittene britische Medien-Investor David Montgomery komplett aus dem deutschen Zeitungsmarkt zurück. Montgomerys Medien-Holding Mecom verkaufe all ihre deutschen Zeitungen an den Kölner Verlag DuMont Schauberg, wie beide Unternehmen am Dienstag mitteilten.

Gerüchte über eine Zusammenlegung von Redaktionen im Zuge der Übernahme wies DuMont zurück.

DuMont zahle für die Übernahme von Montgomerys Zeitungsaktivitäten rund 152 Mio. Euro, teilte Mecom mit. Der Verkauf soll demnach im ersten Quartal abgeschlossen werden. Die Kartellbehörden müssen der Übernahme noch zustimmen.

Mecom gehört der Berliner Verlag mit “Berliner Zeitung” und “Berliner Kurier” sowie die “Hamburger Morgenpost”. Zudem betreibt die Gruppe zehn Websites im Internet, darunter die “Netzeitung”. DuMont veröffentlicht unter anderem den “Kölner Stadtanzeiger”. Die Kölner Verlagsgruppe ist in den vergangenen Jahren auf Expansionskurs und übernahm zuletzt 2006 die angeschlagene “Frankfurter Rundschau”. In Israel stieg DuMont zu 25 Prozent bei der renommierten Tageszeitung “Haaretz” ein.

DuMont Schauberg strebt nach einem Bericht des Branchendienstes “kress” eine weitreichende Fusion der “FR” mit der “Berliner Zeitung” an. Medienberichten zufolge besteht der Plan, die überregionalen Nachrichten für beide Titel in einer Zentralredaktion produzieren zu lassen. “FR”-Chefredakteur Uwe Vorkötter war einst Chefredakteur bei der “Berliner Zeitung” und verließ das Blatt wegen des Sparkurses von Mecom-Chef Montgomery. Mecom ist hoch verschuldet und wirtschaftlich daher stark angeschlagen.

DuMont wies Berichte über die Zusammenlegung der Nachrichten-Redaktionen der beiden Zeitungen zurück. Hierbei handle es sich um “substanzlose Spekulationen”. Es sei nicht daran gedacht, die Nachrichten für beide Zeitungen zentral in Berlin oder in Frankfurt zu produzieren. Dazu, ob es im Zuge der Übernahme zu einem Stellenabbau bei der “Berliner Zeitung” oder anderen Titeln kommen soll, wollte sich eine DuMont-Sprecherin nicht äußern.

Die Redaktion der “Berliner Zeitung” nahm der Verkauf des Verlags an DuMont “mit Freude zur Kenntnis”. Der Rückzug des Investors zeige, dass ein Vorgehen “nach Art der Heuschrecken” auf dem deutschen Zeitungsmarkt zum Scheitern verurteilt sei, teilte der Redaktionsausschuss mit. Die Redaktion freue sich auf die künftige Zusammenarbeit mit DuMont. Montgomerys Firmenstrategie sei “allein auf Gewinnmaximierung” gerichtet gewesen und habe die publizistische Entwicklung der “Berliner Zeitung” vernachlässigt.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) forderte von DuMont den Erhalt der Arbeitsplätze in den von Mecom übernommenen Medien und Investitionen in den Redaktionen. “Der Verkauf sollte der erste Schritt in eine publizistische Zukunft der gebeutelten Zeitungen sein”, erklärte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Auch die Gewerkschaft Verdi forderte eine Abkehr vom Sparprogramm der Mecom. DuMont müsse bei den übernommenen Zeitungen “in Menschen und Qualität” investieren.

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