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Montafoner Umweltsünder im Visier

Vandans - Kanal ist keine Müllkippe: Abwasserverband geht gegen die Fett-Öl-Übeltäter vor.

Eine Jahresmenge von über zwei Millionen Kubikmeter Abwasser hat die Abwasserreinigungsanlage (ARA) Montafon zu bewältigen. Damit die Reinigung der Schmutzwässer aus Vandans, St. Anton, Bartholomäberg, Schruns, Tschagguns, Silbertal, St. Gallenkirch und Gaschurn eine saubere Sache bleibt, hat der Abwasserverband Montafon mit Unterstützung durch Land und Bund 4,7 Millionen Euro in Ausbau und Aufrüstung der Großkläranlage im Gemeindegebiet Vandans investiert.

Mit Akribie wird im Klärwerk darauf geachtet, dass bei Schmutz- und Schadstoff-Frachten höchste Reinigungsleistungen vor der Einleitung der Abwässer in den Vorfluter, die Ill, erzielt werden. Aus dem Grund ist man auch darauf bedacht, dass das, was aus dem Kanalsystem in der Abwasserreinigungsanlage angeschwemmt wird, nicht zu Betriebsstörungen führt.

Erhöhte Betriebskosten

Genau das macht der ARA Montafon indes nun schon seit längerem immer wieder zu schaffen – die Verschmutzung der Kanalisation durch Fette, Öle und Bioabfälle, die von Kanalsündern einfach achtlos den Abfluss hinuntergespült werden. „Fettsäuren verursachen Beeinträchtigungen an den Betonrohren. Übermäßige Fett-Frachten stören den Klärablauf und den Reinigungsvorgang massiv“, bekräftigt Oswald Hepperger, Betriebsleiter der ARA Montafon. Dadurch steigen nicht nur die jährlichen Betriebskosten für die Abwasserreinigung, auch die Grenzwerte bereiten Sorge. Vor dem Hintergrund einer neuen Gesetzesregelung wird daher mittels eines speziellen Kameraroboters im Kanalsystem mutmaßlichen Umweltsündern nachgespürt.

„Das bisherige Ergebnis ist erschreckend und erfordert dringend Handlungsbedarf“, zeigt Oswald Hepperger auf. Bei Kontrollen wurden 14 Gastro- und Beherbergungsbetriebe im Montafon überprüft. In gleich zwölf Fällen ergaben sich Hinweise auf eine nicht ordnungsgemäße Entsorgung. Der ARA-Betriebsleiter: „Die Fettabscheider sind übervoll und die Fette gehen direkt in den Kanal, wo es zu beträchtlichen Ablagerungen kommt.“
Die Grenzwerte wurden in einem Fall sogar massiv überschritten. Statt gültigen 100 mg/l Restfettgehalt im Abwasser wurden bei einem Gastrobetrieb sogar 2600 Milligramm pro Liter gemessen.

Drastische Strafen drohen

„Es ist nicht so, dass etwa Fritteusenfett illegal entsorgt wird. Das Problem ist, dass Fettabscheider oft schlecht oder falsch gewartet werden“, sagt Oswald Hepperger, der darauf hinweist, dass hinkünftig alle Gewerbebetriebe von Gesetzes wegen eine Fettabscheideanlage haben müssen. „Da müssen viele nachrüsten.“ Der Abwasserverband Montafon führt seine Kontrolloffensive fort. „Wir müssen den Verursachern auf die Finger klopfen“, kündigt Obmann Herbert Bitschnau an, dass gegen festgestellte Umweltsünder Anzeige erstattet wird. Dabei drohen Geldstrafen bis zu 7000 Euro durch die BH Bludenz. (VN)

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