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„Monster Slayer“ im Game-Test: Lauf, Witcher, lauf!

„The Witcher“ macht auf „Pokémon Go“: Das kostenlose Action-Rollenspiel bringt Gamer:innen zum Schwitzen.

(iOS, Android) Die „Witcher“-Franchise bekommt ein neues Mobile-Spin-off: „Monster Slayer“. Dessen Game-Vorbild „Pokémon Go“ ist nach wie vor eins der beliebtesten Mobile-Games der Welt. Spieler:innen haben letztes Jahr über 1 Milliarde Dollar dafür ausgegeben. „Monster Slayer“ will aber – trotz einiger unübersehbarer Poké-Parallelen – einen eigenen Weg einschlagen. Der Fokus liegt beim „Witcher“-Game auf flinker Action, minimalem Rollenspiel und einer echten Story.

Gemeinsamkeiten mit Pokémon Go

Auf den ersten Blick glaubt man, „Monster Slayer“ kupfert schamlos ab. Denn das Spielgeschehen basiert wie bei „Pokémon Go“ auf der realen Google-Map. Wege, Straßen und Flächen werden in reduzierte Witcher-Optik umgerechnet, Spieler:innen darauf via GPS lokalisiert. Um im Spiel voran zu kommen, muss man sich in der echten Welt bewegen. Auf der Karte erscheinen nach dem Zufallsprinzip Monster, Menschen, Gegenstände oder Quests. Bei Begegnungen bzw. Aufgaben kann zeitweise der reale Hintergrund mittels Augmented Reality zugeschaltet werden – auch das kennt man von „Pokémon Go“. Damit hat sich‘s aber schon mit den Ähnlichkeiten.

Unterschiede zu Pokémon Go

Schon der Titel des „Witcher“-Games stellt klar: Unser individuell erstellte/r Hexer:in sammelt keine Tierchen, sondern jagt und tötet mannigfaltige Ungeheuer. Das Sortiment an Monstern ist umfangreich und stilsicher designt – vom kleinen Nekker über bissige Vampire bis hin zu schaurigen Geistern. Die Fights laufen in Echtzeit ab: Mit den entsprechenden Finger-Bewegungen auf dem Touchscreen verteilt man schnelle oder schwere Hiebe, pariert gegnerische Angriffe und wirkt Zauberzeichen wie das feurige „Igni“. Zusätzlich können Angriffs-Gegenstände wie Bomben eingesetzt werden. Die Kämpfe sind recht anspruchsvoll, sogar bei einfacheren Gegnern. Sowohl Fingerfertigkeit als auch Ausdauer sind gefragt. Allein damit ist man stärkeren Gegnern allerdings nicht gewachsen. Wie in „The Witcher 3“ entscheidet die richtige Vorbereitung über den Ausgang des Kampfs. Je nach Monster müssen Schwertart, das Hexer-Öl und das Bomben-Arsenal passen, um effektiv anzugreifen. Das Equipment kann man sich craften oder kaufen. Oft muss das Jagdobjekt aber erst gesucht und gefunden werden. Die Rollenspiel-Elemente bleiben leider auf das Mindestmaß beschränkt, denn der Kampfstil orientiert sich wesentlich an den Gegnern. Unser Charakter lernt zwar stetig neue Skills und steigert die Attribute, doch mit zu viel Auswahlmöglichkeiten wird man nicht belastet. Dieses Manko macht dafür die packende Story wett. Dieser folgen wir anhand von vielfältigen Quests, die – buchstäblich – auf dem Weg liegen. Inszeniert wird das mittels Multiple-Choice-Gesprächen mit anderen Charakteren, in Form von Comic-Zwischensequenzen und unterhaltsamen Rätsel-Einlagen (z.B. Spurensuche).

Fazit

„The Witcher: Monster Slayer“ ist ein unerwartet gelungener „Go“-Ableger der Hexer-Serie mit dichter Atmosphäre und schöner Präsentation. Das solide, wenn auch etwas zu hektische Kampf-Gameplay und die fesselnden Story-Quests sollten Grund genug für jeden „Witcher“-Fan sein, einen Spaziergang zu wagen. Leider gewährt das Spiel keine Alternative für die Lauferei. Man hat teilweise das Gefühl, es will dich durch die entfernte Quest-Platzierung bewusst ein paar hundert Meter extra rennen lassen. Ein Lichtblick: Zumindest kann man Quests versetzen, wenn man sich zu weit davon entfernt hat. Gespielt werden kann das Game komplett kostenlos. Dafür muss man aber über die etwas penetranten Hinweise auf Mikrotransaktionen (vor allem in der Kampfvorbereitung) hinwegsehen. Toss a coin to your witcher.

(VOL.AT)

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