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Moderner Rasputin beutete Familie aus

Thierry Tilly (links) beutete die Adelsfamilie nach Strich und Faden aus.
Thierry Tilly (links) beutete die Adelsfamilie nach Strich und Faden aus. ©DAPD
Fast zehn Jahre hatte der "Guru" Thierry T. eine französische Adelsfamilie unter seiner Kontrolle und brachte sie um ihr gesamtes Hab und Gut. Am Dienstag verurteilte ihn ein Gericht in Bordeaux zu acht Jahren Haft.

Der 48-Jährige habe seine Opfer “psychologisch unterworfen” und dabei deren Schwäche ausgenutzt, stellte die Richterin Marie-Elisabeth Bancal zum Abschluss des Aufsehen erregenden Prozesses fest. Ein 65 Jahre alter Mitangeklagter, der einen großen Teil des Geldes der reichen protestantischen Familie verprasst haben soll, erhielt eine vierjährige Haftstrafe.

Begonnen hatte der Fall im Jahre 1999, als Thierry T. die Adlige Ghislaine de Vedrines kennenlernte, die ihn in ihrer Sekretärinnenschule in Paris anstellte. Sie stellte den in französischen Medien als “Guru” bezeichneten Mann nach und nach ihren Angehörigen vor. Dem unscheinbar aussehenden Mann mit der randlosen Brille gelang es, sich das Vertrauen der damals zwischen 16 und 86 Jahre alten Adeligen zu erschleichen.

Er gab sich als Geheimagent aus

Der Mann machte seinen Opfern vor, sie seien durch ein Freimaurerkomplott bedroht. Er selber sei ein Geheimagent mit der Aufgabe, sie zu beschützen.

Elf Mitglieder der Adelsfamilie ließen sich zwischen 2001 und 2009 vollkommen von T. manipulieren. Sie zogen sich jahrelang auf das Familienschloss im südwestfranzösischen Monflanquin zurück. Ghislaine de Vedrines’ Mann, der nicht an die Geschichten des Hochstaplers glaubte, wurde von dem Clan ausgeschlossen. Er habe dadurch jahrelang den Kontakt zu seiner Frau und seinen beiden Kindern verloren, sagte er vor Gericht aus.

Familie verkaufte alles für den “Guru”

Als Thierry T. 2008 nach Großbritannien zog, wo er angeblich für die mysteriöse Stiftung Blue Light Foundation arbeitete, folgten ihm seine völlig hörigen Opfer. Sie selbst und zwei weitere Familienmitglieder seien in einer winzigen Londoner Wohnung eingepfercht gewesen und hätten kaum zu essen bekommen, berichtete eine junge Frau.

Im Laufe der Jahre verkaufte die Familie für den “Guru” nach und nach ihren Besitz, darunter ihr imposantes Schloss. Ein Ende fand der Alptraum für die Familie erst, als drei ihrer Mitglieder sich dem Einfluss der Hirnwäsche entzogen und die Polizei benachrichtigten. Thierry T. wurde im Oktober 2009 in der Schweiz festgenommen und anschließend nach Frankreich ausgeliefert.

(APA)

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