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Moderne Piraten - Maschinenpistolen statt Enterhaken

Die moderne Piraterie ist fernab aller Seeräuberromantik in Film und Literatur eine Form der organisierten Kriminalität. Nach dem Seerechtsübereinkommen von 1982 gelten als Piraterie räuberische oder erpresserische Überfälle auf Schiffe auf hoher See.

Angriffe innerhalb nationaler Hoheitsgewässer werden als Strandpiraterie bezeichnet. Seit 1992 sammelt das Internationale Schifffahrtsbüro (IMB) Meldungen über Seeräuber und wertet sie aus.

Demnach ist die Zahl der Überfälle im vergangenen Jahr erstmals seit 2003 wieder gestiegen. 2007 wurden 263 Piratenangriffe gegen Handelsschiffe registriert, zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Nach IMB-Angaben wurden 2007 dabei 64 Seeleute verletzt (2006: 17) und 292 als Geiseln genommen (2006: 188). Bei jedem der 200 bis 300 Fälle jährlich entsteht nach Angaben der Münchener Rück ein durchschnittlicher Schaden von 50.000 Euro. Waren Seeräuber einst nur am Schiffstresor interessiert, gingen die Banden später zu Geiselnahmen über oder kaperten ganze Frachter, die später unter neuem Namen wieder auftauchten oder verschwunden blieben.

Am gefährlichsten sind die Gewässer vor Afrika. Vor allem Somalia, Nigeria und Tansania sind geografische Schwerpunkte der Angriffe. Vor der Küste Somalias operieren Piraten vermutlich von “Mutterschiffen” aus, von denen sie mit Maschinenpistolen und Panzerfäusten bewaffnet zu Raubzügen aufbrechen. Schiffe werden dann in die Gewässer des ostafrikanischen Landes gebracht, wo durch Geiselnahmen der Besatzungen und Festhalten des Frachters Lösegeld erpresst wird. Vor wenigen Jahren gab es noch rund um Indonesien die meisten Attacken. In der Straße von Malakka wurde die Piraterie durch verstärkte Patrouillen der Anrainerstaaten Indonesien, Malaysia und Singapur jedoch zurückgedrängt.

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