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Modekonzern H&M wird 60 Jahre alt

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Mit einem Laden in der kleinen schwedischen Stadt Västeraas begann 1947 die Erfolgsgeschichte des Textilkonzerns H&M.

Ständig neue Kollektionen und moderate Preise, so lautet die Strategie des Unternehmens. Zum 60. Firmenjubiläum, das am Samstag gefeiert wird, ist H&M längst maßgeblich für die Branche. Unternehmen wie Zara, Gap oder Mango zogen nach.

Heute verkauft H&M seine Mode in 1.400 Filialen in 28 Ländern, wobei die Kollektionen von Land zu Land leicht variieren. „H&M ist deutlich gewachsen und wir wachsen weiter. Aber das Prinzip bleibt das gleiche: Mode und Qualität zum besten Preis“, sagt die Sprecherin von H&M, Kristina Stenvinkel. „Wir setzen auf beständige Verbesserung in allen Geschäftsbereichen. Änderungen, die Fortschritt bringen, gefallen uns. Wir suchen immer nach besseren Alternativen.“ Dieses Prinzip kommt offenbar nicht nur bei den Kunden an: „Prominente aus der ganzen Welt stehen Schlange, um mit uns zu arbeiten“, sagt Stenvinkel.

H&M war die erste der internationalen Modeketten mit einem für breite Bevölkerungsschichten erschwinglichen Angebot. Die US-Kette Gap eröffnete das erste Geschäft 1969, der spanische Konkurrent Zara 1974 und Mango weitere zehn Jahre später, 1984. Mit einem Umsatz von 8,6 Mrd. Euro liegt H&M aber noch knapp vor der Kette Zara der Inditex-Gruppe, der im vergangenen Jahr 8,19 Mrd. Euro umsetzte.

„Der Erfolg dieser Marken sind ihre niedrigen Preise. Das ist der wichtigste Punkt“, sagt Frederic Monneyron, Soziologieprofessor an der Universität von Perpignan, der sich auf Mode spezialisiert hat. Die Haushalte in Europa gäben immer weniger Geld für Kleidung aus. Machten 1995 die Ausgaben für Kleidung inklusive Schuhe 6,8 Prozent des Haushaltseinkommens aus, waren es nach Angaben der europäischen Statistikbehörde Eurostat 2005 nur noch 5,8 Prozent. „Man kann beobachten, dass Marken wie H&M und Zara in dieser Zeit explodiert sind“, erläutert der Soziologe.

Die Konzepte von H&M und Zara ähneln sich, auch wenn Zara im Gegensatz zum schwedischen Konzern keine Werbung in Zeitschriften schaltet. Und H&M mit Kollektionen von Popstars wie Madonna und Kylie Minogue oder eines Modeschöpfers wie Karl Lagerfeld auf sich aufmerksam macht.

„H&M hat sich vom Textilhändler zur Modemarke gewandelt“, sagt Professorin Florence Müller vom französischen Modeinstitut. „Die Geschäfte von H&M und seiner Konkurrenten spielen eine viel größere Rolle als man denkt. Sie sind zu Orten geworden, an denen Mode kommentiert wird oder wo sich die Trends der Saison bestätigen.“ Die Modeketten „lauern dem Geschmack der Leute auf. Von diesen Läden aufgegriffen zu werden ist eine Art Bestätigung, dass der Modeschöpfer auf dem richtigen Weg ist“, sagt die Expertin. Einerseits hätten Ketten wie H&M zur „Demokratisierung der Mode“ beigetragen, andererseits habe die damit einhergehende Uniformisierung „etwas ziemlich Beunruhigendes“, findet sie.

Der 60. Geburtstag wird in den H&M-Filialen am Samstag nicht besonders gefeiert. Der Konzern nimmt das Jubiläum aber zum Anlass, um 60 Mio. Kronen (6,47 Mio. Euro) zu spenden – für eine Stiftung, die sich für ein besseres Leben für Textilarbeiter einsetzt.

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