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Mit Mut zum Risiko Kinder erziehen

Bregenz -  Kinder sind mutig und viel belastbarer als wir glauben. Wie Eltern und PädagogInnen helfen können, diese Kräfte zu behalten und zu stärken erklären Entwicklungspsychologin Mag. Irene Fitz und der Sportwissenschafter Stephan Schirmer von der aks Gesundheitsvorsorge.

Damit Kinder mutig werden rät Mag. Fitz dazu, den Nachwuchs schon früh mitentscheiden zu lassen. „Wenn Kinder erfahren, dass sie auf ihr Leben Einfluss nehmen können, fühlen sie sich gefordert und stark. Übertragen Sie altersgemäße Verantwortung und loben Sie schon die kleinsten Bemühungen“, so Fitz. Bei ängstlichen Kindern rät sie zu Geduld und Zuversicht, auch für das eigene Leben. „Wenn wir mutige Kinder haben wollen, müssen wir auch uns selbst etwas zutrauen“, erklärt die Psychologin.

Ohne Mut kein aufrechter Gang

„Für die Entwicklung ist der Mut, ein bestimmtes Risiko einzugehen, unglaublich wichtig. Das sieht man, wenn Kinder gehen lernen“, betont Stephan Schirmer. Obwohl Krabbeln eine sichere Fortbewegung ist, versuchen sich Kinder auf ihren wackeligen Beinen fortzubewegen. Sie gehen damit das Risiko eines Sturzes ganz bewusst ein.  

Spielen steigert das Selbstvertrauen

Wichtig ist, Kinder bei Misserfolgen nicht zu entmutigen. „Verkneifen Sie sich scharfe Kritik. Bieten Sie Ihre Hilfe nur an, wenn sie wirklich gebraucht wird und akzeptieren Sie, wenn Ihr Kind es selbst versuchen möchte“, rät Irene Fitz. Spielen ist für diese Versuche enorm wichtig, denn dabei wird ausprobiert, wie weit man gehen kann.

Im Spiel arbeiten Kinder auch an wichtigen sozialen Fähigkeiten, lernen Zusammenarbeit, Selbstbehauptung und das Vermögen, durch Improvisation neue Situationen zu meistern. „Dabei beobachten sie die anderen Kinder und werden so motiviert, es selbst zu versuchen. Das steigert ihr Selbstvertrauen“, erklärt Mag. Fitz.

Platz für Kinder-Ideen

Sportwissenschafter Schirmer rät, beim Spielen Platz für Kreativität und Ideen zu bieten. „Viele vorgegebene Spielideen werden ganz schnell langweilig, denn sie bieten keine neuen Herausforderungen“, so der Bewegungsexperte und empfiehlt Wald, Wiese, Sandgruben oder kleine Tümpel als Abenteuerspielplätze. Wer seine Kinder dabei unterstützen will, kann ihnen zeigen, wie man in dieser „Wildnis überlebt“.

„Zeigen Sie Ihren Kindern, wie man eine Angel aus einer Nylonschnur und einem Ast bastelt, wie man ein Feuer macht (und vor allem wieder richtig ausmacht), wie selbst gemachtes „Stockbrot“ geht und mit welchen wilden Pflanzen aus dem Wald man es würzen kann“, so Schirmer. aks

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