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Mit Leib und Seele Sticker

Der Höchster Lohnsticker Bernd Schlachter ist einer der Betroffenen der aktuellen Visaproblematik in der Vorarlberger Stickerei, über die die "VN" exklusiv berichteten.

Dabei geht es darum, dass Stickerei-Einkäuferinnen aus Nigeria seit einigen Wochen von Österreich so gut wie keine Einreise-Visa mehr erteilt bekommen. Damit droht den Stickern ihre Existenzgrundlage mit einem Schlag wegzubrechen.

Schlachter: „Ich habe einen reinen Lohnbetrieb und bekomme die Aufträge von den Stickereiexporteuren. Wenn es den Exporteuren schlechter geht, dann geht es mir natürlich auch schlecht und deshalb bin ich daran interessiert, dass es zu einer raschen Lösung kommt.“

Derzeit laufen Gespräche der Wirtschaftskammer Vorarlberg mit Vertretern des Innen- und Außenministeriums im Zusammenhang mit der Visaproblematik. Aus Sicht der Wirtschaftskammer war der Gesprächsverlauf bisher positiv.

Kräftig investiert

Schlachter hat – ohne Summen nennen zu wollen – kräftig in Maschinen für neueste Sticktechnologie investiert. Übrigens wie viele seiner Berufskollegen auch. Das ist für das wirtschaftliche Überleben einfach notwendig, „denn die Zeiten sind nicht mehr so, wie sie einmal waren“, so Schlachter. Das hat zu einem „Gesundschrumpfen“ in der Branche geführt.

„Ich bin Sticker mit Leib und Seele und kann mir nichts Schöneres vorstellen. Der Beruf ist unglaublich vielfältig, denn jeder Tag bringt neue Herausforderungen und es macht mich stolz, wenn ich meine Erzeugnisse beispielsweise für Triumph oder Wolford später ein einem Laden wieder sehe.“

Bernd Schlachter ist auch optimistisch, was die Zukunft betrifft, denn „wir sind ein innovativer und sehr flexibler Betrieb“. Angesagt ist auch eine ständige Weiterbildung und Weiterentwicklung der Produkte – vor allem durch Versuche Ö, aus deren Ergebnissen immer wieder neue Erfahrungen gewonnen und weitergegeben werden können.

Punkten mit Innovation

Den Standort Vorarlberg sieht Schlachter nicht gefährdet. Natürlich würden in Fernost und in China riesige Mengen produziert, aber das ist Massenware. „Wir punkten mit Innovationen, Flexibilität und Qualität“. Dabei arbeiten wir auch eng mit den Herstellern von Stickmaschinen in der Umsetzung unserer Ideen zusammen. Wir haben den großen Vorteil, dass namhafte Stickereimaschinenhersteller ganz in der Nähe von uns angesiedelt sind, nämlich Saurer in Arbon und Lässer in Diepoldsau.

Auch Nachwuchssorgen in der Branche gibt es nicht, dieser wird durch die Textilschule in Dornbirn ausgebildet.

Positiv sieht Schlachter auch, dass der Vorarlberger Stickereiverband und die Innung immer stärker zusammenarbeiten. Denn: „Das ist ein Ausdruck dafür, dass jeder den anderen braucht, denn die Probleme können nur gemeinsam gelöst werden.“

ZUR PERSON

Bernd Schlachter

  • Beruf: Sticker Geboren: 1969 in Dornbirn
  • Familie: verheiratet, zwei Kinder
  • Ausbildung: Pflichtschule, Unterstufe Gymnasium, Textilschule Dornbirn – Fachklasse Stickerei – und ein Jahr Meisterabschlussklasse
  • Karriere: 13 Jahre im elterlichen Betrieb, seit 2003 selbständig.
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