Mit Frust und Zorn in Peking auf die Planche

Schwarzach (VN) Das Nervenkostüm passt schon einmal. „Die Qualifikation für Peking war ein ziemlicher Spießrutenlauf“, erzählt Schlosser. „So gesehen bin ich auf die Olympischen Spiele sehr gut vorbereitet.“

Der Florettfechter aus Dornbirn schaffte mit einem dritten Platz bei der EM in Kiew zum zweiten Mal die Qualifikation für die Sommerspiele. „Aber nach Peking zu kommen war viel schwieriger, als vor vier Jahren nach Athen. Trotz eines Quotenplatzes fehlte das nationale Limit – und die Chancen standen schlecht. Da stößt man an seine mentalen Grenzen. Es gab viele knappe Gefechte – ein einziger Treffer hätte genügt und Peking wäre kein Thema gewesen.“

Umzug als Antrieb

Der Informatikstudent verlegte seinen Wohnsitz vor zwei Jahren nach Kopenhagen. „Grund waren die guten Kontakte zum Klub, bei dem mein Trainer Andrej Kjuschin arbeitet.“ Aber auch das Studium. Und natürlich Freundin Alexandra, die aus Schweden kommt. „Es war eine Lebensentscheidung, die sich positiv ausgewirkt hat.“ Die in Peking einen sportlichen Höhepunkt finden soll. „Nach EM-Bronze wäre eine Olympiamedaille ein Traum.“ Vier Gefechte müssten dafür erfolgreich bewältigt werden: „Das wird schwer.“

Formkurve hochhalten

Das Ländle-Musketier fühlt sich aber gut in Form: „Ich muss jetzt sehen, dass ich die Formkurve hochhalten kann. Die fechterische Qualität ist in Ordnung, es geht viel mehr um allgemeine Dinge.“ Wie Konzentration und Selbstvertrauen. „Wenn man zufrieden auf die Planche steigt, hat man schon verloren. Ich muss im Training Frust aufbauen, zornig sein.“ Und sehr viel hängt vom ersten Wettkampf ab: Wer schneller zu seiner Form findet, ist im Vorteil.“ Schlosser gibt sich aber auch realistisch: „Genau genommen fechte ich in Peking gegen keinen, der schlechter ist als ich.“

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