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Mit dummen Gags zum Star

Leslie Nielsen war schon ergraut und - nach Hollywoodmaßstäben - längst über den Hügel, als er mit stoischer Miene und blöden Sprüchen Karriere machte.

In seiner Paraderolle als der dumme Polizeileutnant Frank Drebin in der dreiteiligen Kinoserie „Die nackte Kanone“ (1988 bis 1993) brachte er Millionen Zuschauer zum Lachen und spielte Millionen an den Kinokassen ein. Die lustige Seite des gebürtigen Kanadiers, der am Samstag (11.) 80 Jahre alt wird, hatten die Blödelregisseure David und Jerry Zucker und Jim Abrahams schon 1980 in der Katastrophenfilm-Parodie „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ entdeckt. Sein glänzender Auftritt als durchgeknallter Doktor ließ seinen späteren Aufstieg zum „König des Slapsticks“ ahnen.

Auch im Rentneralter blödelt Nielsen kräftig weiter. Ab April ist er in „Scary Movie 4“ auf der Leinwand zu sehen. Mit Regisseur David Zucker nimmt er Horrorfilme und Superhelden aufs Korn. 2002 sauste er in „Durchgeknallt im All“ durch den©Weltraum, in „Agent 00“ klopfte er große „Bond“-Sprüche, in „Dracula – Tot aber glücklich“ zeigte er die Zähne.

Im ländlichen kanadischen Staat Saskatchewan wuchs Nielsen unter der strengen Hand seines Vaters, eines Bergpolizisten, auf. Eigentlich wollte er Ingenieur werden, doch dann landete er als Discjockey beim Radio, zog nach New York und lernte dort in den 50er Jahren Tanz und Schauspiel. In seinen über 60 Kinofilmen und hunderten von Fernsehauftritten war er anfangs alles andere als ein Spaßvogel. In dem Science-Fiction-Streifen „Alarm im Weltraum“ (1956) spielte er den Raumschiffkommandanten, in „Höllenfahrt der Poseidon“ den Kapitän des untergehenden Schiffes.

An der Seite von Debbie Reynolds gab er in „Tammy“ den charmanten Liebhaber. In dem Psychodrama „Nuts… Durchgedreht“ spielt er 1987 einen brutalen Freier, der von einer Edelnutte (Barbra Streisand) in Notwehr getötet wird. Ein Jahr später kam die „Nackte Kanone“ und damit der Schlussstrich für ernste Auftritte in Hollywood.

Auf der Bühne zeigt Nielsen mitunter noch seine andere Seite. Mit dem Einpersonen-Stück „Clarence Darrow“ von David Rintels erntete der Starkomiker vor einigen Jahren in Wien großen Applaus. Nielsen sicherte sich sogar die englischsprachigen Rechte für das Stück über den berühmten US-Strafverteidiger Clarence Darrow (1857-1938), der sich als Kämpfer für die Armen und gegen die Todesstrafe einen Namen gemacht hatte. „Mein Traum ist es, eines Tages Willy Loman in ’Tod eines Handlungsreisenden’ zu spielen“, offenbarte Nielsen in einem bestimmt ernst gemeinten Interview.

Wenn er nicht gerade vor der Kamera steht, widmet sich Nielsen seiner anderen Leidenschaft, dem Golfspielen. Er hat Lehrbücher und -videos herausgebracht. Schon der Titel „Leslie Nielsen’s Stupid Little Golf Book“ (Leslie Nielsens dummes kleines Golfbuch) lässt ahnen, dass er auch als Schriftsteller seinem Ruf als Komiker treu bleibt.

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