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Mit dem Wild gelebt

Armin Bitschnau war lange Jahre Jagdaufseher im Montafon.
Armin Bitschnau war lange Jahre Jagdaufseher im Montafon. ©Erika Stemer
Bartholomäberg. Schon als Kind faszinierten ihn Hirschgeweihe, die er beim Schafesuchen fand. So wurde sein Hobby zum Beruf. Die Aufgaben des Jagdaufsehers sind vielseitig: Interesse an der Jagd und Natur, Begleitung des Jagdherrn und seinen Gästen, Salzen und Füttern der Wildtiere, Heuen, Hochsitze bauen, Reviergänge, Wildbrett versorgen. „Wo das Wild steht", so Armin Bitschnau.

Oft war Bitschnau nachts unterwegs, ab 23 Uhr bis zum Morgen. Bei Dunkelheit, mitten im Winter und bei frostigen Temperaturen zog der Wildhüter durch die Wälder der Alpe Wasserstuben oder in Bartholomäberg, um nach seinen Schützlingen zu schauen. Mit Skiern, mutterseelenallein, nur mit seinem treuen Begleiter, dem Hund Kando, an der Seite. Kando rettete dem Jagdmann sogar das Leben – er „roch” eine Staublawine und bewahrte seinen Herrn vor dem sicheren Tod. Die Wildtiere kannten ihren Heger und er kannte die Tiere mit ihrem Namen. Nebenbei führte Bitschnau sein eigenes Gehege mit Hirschen, Steinböcken und Mufflons. Als profilierter Jagdmann konnte er nicht genug vom Wild bekommen. So baute er sich einen riesigen Saal, der auch angemietet werden kann. Hier sind alle Trophäen seiner vierbeinigen Lieblinge ausgestellt, 200 Stück, vom Spießer bis zu kapitalen 20- bis 24- Endern. Dazu Mufflons, Spielhähne, eine Wildkatze und Murmele. Bitschnau weiß zu jeder Trophäe eine Geschichte. Da gibt es die acht Generationen seiner Hirsche oder einen Hirsch, den der Schweizer Jagdherr Unzinger Josef vor 60 Jahren in Bartholomäberg erlegte und dafür die Kirchenglocken im Wert von 250.000 Schilling (rund 18.000 Euro) spendierte.

Bitschnau pflegt neben seiner Leidenschaft zur Jagd noch eine Vorliebe für Holz. So baut das Multitalent fantasievolle Baumhäuser zum Bewohnen, Funkenhäuschen und ist seit 60 Jahren Funkenmeister in Jetzmund. Stolz zeigt Bitschnau die Fotos von den brennenden Funken, die größten im Montafon, die ohne Nagel gebaut werden. „Der Anblick des Wildes, die Natur, einfach jeder Tag war interessant”, blickt Bitschnau auf ein bewegtes Leben zurück.

 

 

 

6780 Bartholomäberg, Austria

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