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Mit Arbeitsstiftung auffangen

Jene voraussichtlich 115 Degerdon-Mitarbeiterinnen und –Mitarbeiter, die durch den Konkurs des Textilveredlers ihre Arbeitsplätze verlieren, sollen mit einer speziellen Arbeitsstiftung aufgefangen werden.

Eine solche „Insolvenzstiftung“ stand seinerzeit auch den Bäumler-Bediensteten zur Verfügung. „Die dafür nötigen Mittel sind von AMS und Land bzw. von Degerdon zur Verfügung zu stellen“, fordert AK-Präsident Josef Fink. „Die Kolleginnen und Kollegen könnten so möglichst schnell wieder am Arbeitsmarkt untergebracht werden“, erklärt Fink.

Nachdem es für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Degerdon nur schwer möglich sein wird, wieder im Textilsektor Arbeit zu finden, bietet eine Arbeitsstiftung die Möglichkeit, durch entsprechende Umschulungen und Weiterbildungsmaßnahmen in andere Berufe mit besserer Zukunftsperspektive umzusteigen.


Bericht in den VN:

Veredler Degerdon “pleite”

Diese Hiobsbotschaft fehlt dem Vorarlberger Arbeitsmarkt gerade noch. Während sich jene, die einen Job ihr eigen nennen, über den Weihnachts-Lohnstreifen freuen, sind die 150 Mitarbeiter der Degerdon in Gais mit der Pleite ihrer Firma konfrontiert.

„Nach vielen anderen Textilunternehmen wurden jetzt auch wir Opfer der Globalisierung, der Billigprodukteschwemme aus Fernost, des teuren Standorts. Während wir im Herbst normal die stärksten Monate hatten, traf uns – als wichtigster Veredler der Vorarlberger Stickereiwirtschaft – ihr seit Frühling währendes Tief voll; sie bringen uns keine Lohnaufträge mehr.“ So begründete gestern auf „VN“-Anfrage der geschäftsführende Gesellschafter der Degerdon GmbH & Co, Dr. Gerrit Müller, die durch das Unternehmen beantragte Konkurseröffnung.

40 Jobs zu retten?

Ironie des Schicksals: Während der seit 1993 betriebene und nach der Übernahme der Grafica Hörbranz beinahe boomende Textildruck immer besser lief, brach die Lohnveredelung immer dramatischer ein. „Unsere 40 Textildruckbeschäftigten können aber die 110 Lohnveredler nicht mitziehen. Wir möchten deshalb beim Masseverwalter erwirken, dass mit einer Teilbetriebsfortführung im Textildruck wenigstens 40 Arbeitsplätze gerettet werden“, schilderte Müller gestern die Strategie. Es wurde schon ein Weiterführungsmodell entwickelt.

Die Degerdon, die heuer den 100 er „feiert“, schrieb zuletzt 12 Mill. Euro Umsatz. Laut Kreditschutzverband stehen Aktiva von 2,3 Mill. Euro ca. 15 Mill. Euro Passiva gegenüber.

Nächste Woche Klarheit

Österreichs größter Textillohnveredler bekam vor allem die Schrumpfung der textilen Inlandswertschöpfung (in drei Jahren 50 Prozent) zu spüren. Spätestens Anfang nächster Woche soll laut Müller feststehen, ob der Masseverwalter das Konzept goutiert.


„Keiner von uns weiß, wer letztlich gehen muss“

Damit schlägt sich derzeit fast die gesamte Belegschaft von Degerdon herum. Hört man sich unter den Mitarbeitern um, so erklärt sich bald von selbst, warum sie bedrückt sind: Niemand weiß, wer gehen wird müssen.

„Uns hat man zwar gesagt, dass es Kündigungen geben wird. Welche Abteilung und welche Kollegen davon betroffen sind, darüber wurde der Mantel des Schweigens gehüllt“, erklärte eine junge Frau. Ihren Namen wollte sie allerdings nicht in der Zeitung lesen. Auch ihre Kollegin, die sich im Portierhäuschen ausstempelte, wollte nichts von einer Veröffentlichung wissen. „Es sind ja schon vor geraumer Zeit Gerüchte über Konkurs und Kündigungen von außen in die Firma getragen worden“, erzählte sie beim „VN“-Lokalaugenschein. Deshalb, glaubt sie, „waren die Leute auch bei der Betriebsversammlung überaus gefasst“.

Kein Betriebsrat

Ein weiterer Kollege, der sich ebenso an die Firmenorder hielt und seinen Namen nicht preisgeben wollte, zeigte sich ebenso „erstaunt über die Gefasstheit der Kollegen“ bei der gestrigen Versammlung. Ein anderer, welcher die Nichtexistenz eines Betriebsrates bei Degerdon bedauerte, glaubte unterdessen bereits genau zu wissen, warum die Firma in die roten Zahlen schlitterte und sich finanziell nicht mehr erholen konnte: „Seit Anfang Herbst ging die Auftragslage dramatisch zurück, wir sind uns seither bewusst, dass etwas kommen muss.“ Der Stickereibereich sei „noch nie so schlecht gelaufen“ wie derzeit.

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