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Missoni macht die Life Ball Modeschau 2003

Das weltberühmte italienische Modehaus feiert heuer sein 50-jähriges Bestehen und wird vor dem Rathaus eine Retrospektive seines Schaffens zeigen.
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Das weltberühmte italienische Modehaus Missoni feiert heuer sein 50-jähriges Bestehen und wird am 24. Mai 2003 den 11. Life Ball vor dem Wiener Rathaus mit einer Retrospektive seines stilbildenden Schaffens eröffnen: Ein Feuerwerk an Farben und Ideenreichtum – lebensfroh, aufregend und bahnbrechend multikulturell.

Nach Roberto Cavalli und Moschino erobert heuer mit Missoni zum dritten Mal en suite eine große italienische Marke den Laufsteg des Wiener Life Balls. „Missoni ist mehr als Mode. Es bedeutet Innovation und Kontinuität, mediterranes Lebensgefühl, überschäumende Daseinsfreude und kulturelle Offenheit.

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Missoni gibt dem Leben Farbenpracht und wird auf der ganzen Welt verstanden“, erklärt Gery Keszler – Organisator des Life Balls – seine heurige modische Wahl. „Missoni hat den Ethno-Look bereits propagiert, als es diesen Begriff noch nicht einmal gab“, ergänzt Keszler, „und passt damit hervorragend zu einem Event, der es sich in den letzten Jahren immer mehr zur Aufgabe gemacht hat, international zu agieren und die AIDS-Problematik weltweit zu thematisieren“.

Missoni zeigt in Wien zum ersten Mal einen Querschnitt aus 50 Jahren erfolgreichen Modeschaffens – ein in jeder Hinsicht „buntes“ Spektakel, das Prominente und Models mit Musik und Tanz zu einem Defilee verschmelzen lässt, welches die Bezeichnung „Show“ auch tatsächlich verdient. Vom speziellen Missoni-Spirit können sich auch heuer wieder 30.000 Menschen gratis auf dem Wiener Rathausplatz mitreißen lassen.

DIE GESCHICHTE VON MISSONI

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Die Erfolgsgeschichte der Missonis beginnt 1921 mit der Geburt von Ottavio Missoni. Der leidenschaftliche Sportler gehört vor allem im 400-Meter-Lauf zu den herausragendsten Talenten der Welt, gewinnt 1939 die italienische Meisterschaft in dieser Disziplin und wird im selben Jahr – und hier findet sich der erste Österreichbezug – in Wien Studentenweltmeister.

Nach dem zweiten Weltkrieg tritt Ottavio, von Freunden und Familie Tai genannt, 1948 noch einmal bei den Olympischen Spielen in London an und lernt dort die erst 16-jährige Studentin Rosita Jelmini, Tochter eines Textilindustriellen, kennen und lieben. 1953 heiratet das Paar und zieht nach Gallarate. Rosita, seit früher Kindheit der Mode verfallen, und ihr Ehemann richten sich hier ihre erste kleine Werkstatt ein. Sie experimentieren vor allem mit dem Material Wolle und kreieren schon bald die später so charakteristischen Missoni-Looks: Farbenprächtige Stoffe mit ungewöhnlichen Mustern wie den berühmten „Zickzack“-Streifen.

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Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: 1960 erschienen die Kreationen des schillernden Paares erstmalig in italienischen Modemagazinen, 1965 entdeckte die legendäre Fashion-Doyenne Anna Piaggi Missoni und begleitete das aufstrebende Haus fortan journalistisch. „Die Bildhaftigkeit der Missoni-Mode-Symbole, Farben, Materialien, Formen – integraler Bestandteil eines einzigen Stils – war für mich im Laufe meiner Karriere eine der wichtigsten Anregungen zum Schreiben“, gratulierte Piaggi später in einer Hommage.

Zu berichten gab es genug: 1967 löste die Missoni-Schau im Palazzo Pitti (Florenz) einen Skandal aus, weil die Mannequins ohne BHs durchsichtige Laméblusen vorführten. Obwohl Yves Saint Laurent zur selben Zeit in Paris bereits den Nude-Look propagierte, wurde Missoni im nächsten Jahr nicht mehr nach Florenz eingeladen. Ein Glück, denn so zogen Ottavio und Rosita mit ihrer Folge-Kollektion nach Paris und starteten ihre internationale Karriere.

Kurz darauf erschien Missoni auf dem Cover der französischen “Elle” und auf der Titelseite von „WWW“, der weltweit wichtigsten Mode-Tageszeitung, und wenig später beschloss das amerikanische Kaufhaus Bloomingdale’s, eine Missoni-Boutique einzurichten. Damit war der Weltmarkt erobert – es regnete hymnische Kritiken. „Genau das würde Chanel tun, wenn sie noch lebte, jung und in Italien arbeitend“, schrieb die „New York Times“ 1973, und die US-„Vogue“ reihte Missoni 1975 unter die 20 einflussreichsten Modemacher der Welt. Celebrities in aller Welt sind verrückt nach den unverwechselbaren Kreationen: Die Schauspielerin Charlotte Rampling etwa ließ sich ihr Brautkleid von Missoni schneidern, Yehudi Menuhin tritt in Missoni auf – und viel später ruft Arnold Schwarzenegger persönlich an, nur, um sich für „die wunderschönen Pullover“ zu bedanken …

MISSONI HEUTE

1996 übernahmen die Kinder von Rosita und Ottavio Missoni das Unternehmen und starteten eine beispielgebende Verjüngung der traditionellen Marke. Vittorio fungiert als Marketing-Generaldirektor der Missoni AG, Luca kontrolliert die Forschung sowie den Stil der Männer-Kollektionen, und Angela ist seit 1997 Kreativverantwortliche der Woman-Collection. Das familiäre Trio eröffnete neue Läden in New York und Paris, heuerte berühmte Werbefotografen an und kaufte die Missoni-Lizenzen zurück.

Die Kreationen tragen noch immer die typische Missoni-Handschrift, aber die Schnitte sind zeitgemäß sexy und die Farben noch prächtiger. Außerdem legt Missoni nun auch verstärkt Wert auf Materialien wie Stoff und Leder.

Auf diese Weise gelang es Missoni in den letzten zwei Saisonen, erneut den Mode-Olymp zu erklimmen. Der weltweite Ethno-Hype wurzelt maßgeblich in den jüngsten Kollektionen des Hauses, Supermodel Gisele Bündchen ist das Gesicht der aktuellen Kampagnen, und die amerikanische Modepäpstin Suzy Menkes – erste Instanz in Sachen Fashion – schreibt regelmäßig begeisterte Kritiken.

Der Life Ball ist stets darum bemüht, Wien das zu zeigen, was in der Fashion-Welt gerade als besonders „hot“ gilt. „Das ist uns zum Beispiel mit John Galliano, der zur Zeit des Life Ball Defilés bereits am Weg zum Modeolymp war, oder mit Roberto Cavalli, der weltweit ein unglaubliches Revival erlebt, schon mehrfach gelungen“, so Gery Keszler. „Und Missoni zählt zu den spannendsten Marken“. Zu sehen am 24. Mai beim Life Ball.

Redaktion: Bernhard Degen

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