Missbrauchte Tochter Fritzls wird von Polizei vernommen

Neue Entwicklung im Inzestfall von Amstetten: Erstmals seit der Aufdeckung des schrecklichen Verbrechens wird die Polizei Mitte Juli die jahrzehntelang missbrauchte Tochter des Inzest-Täters Josef Fritzl (73), Elisabeth, wieder vernehmen.

Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in St. Pölten am Mittwoch bestätigte, soll die Anklageschrift gegen Fritzl voraussichtlich im Frühherbst fertiggestellt sein.

Der Fall der 42-jährigen Elisabeth Fritzl war Ende April aufgedeckt worden. Ihr Vater Josef hatte sie im Alter von 18 Jahren in ein Kellerverlies unter seinem Haus gesteckt und sie dort über einen Zeitraum von 24 Jahren immer wieder vergewaltigt. In der Folge gebar die Tochter sieben Kinder, von denen eines kurz nach der Geburt starb. Drei seiner Kinder holte Fritzl in seine eigene Wohnung, die drei anderen überlebenden Kinder blieben im Keller bei der Mutter.

Elisabeth Fritzl war Ende April unmittelbar nach ihrer Befreiung erstmals von der Polizei befragt worden. Anschließend wurde sie zusammen mit ihren Kindern in der Nervenklinik von Amstetten psychologisch intensiv betreut und vor der internationalen Presse abgeschirmt. Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft wartete die Polizei mit der Vernehmung, bis die betreuenden Ärzte zustimmten. Inzwischen lässt die Polizei auch untersuchen, ob der Tod des siebten Kindes von Elisabeth Fritzl juristisch als Mord gewertet werden kann.

Elisabeth Fritzls 19-jährige Tochter, durch deren schwere Erkrankung im Kellerverlies der Fall ans Licht kam, befindet sich bereits seit Mitte Juni wieder bei ihrer Mutter. Die junge Frau litt an einer bisher noch unbekannten, lebensbedrohenden Krankheit und war von Josef Fritzl selbst aus dem Verlies ans Tageslicht gebracht worden. Danach wurde der Inzestfall vom Amstetten aufgerollt.

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