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Missbrauch in der Kirche: 17 Fälle in Österreich

Ein Missbrauchsskandal erschüttert derzeit die Öffentlichkeit und auch die katholische Kirche. Vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass am Berliner Elite-Gymnaisum Canisius Kolleg in den 1970er und 80er Jahren Jugendliche sexuell missbraucht worden waren.
Mittlerweile ist von 100 Missbrauchsfällen an katholischen Schulen deutschlandweit die Rede. Eine Statistik über Missbrauchsfälle an katholischen Schulen oder Pfarren in Österreich gibt es nicht. Im vergangenen Jahr wurden in Österreich 17 Fälle bekannt, erfuhr die APA von der Erzdiözese Wien.

Laut dem Pressesprecher der Erzdiözese Wien, Erich Leitenberger, gab es 2009 in der Erzdiözese Wien acht Fälle, in den Diözesen Graz, St. Pölten und Innsbruck jeweils zwei, in Linz, Salzburg und Eisenstadt jeweils einen Fall.

Seit den Missbrauchsvorwürfen gegen den verstorbenen Wiener Kardinal Hans-Hermann Groer gibt es Hilfe. Jede Diözese hat eine Ombudsstelle für Opfer von sexuellem Missbrauch und Übergriffen eingeführt. In der Erzdiözese Wien leitet die Ombudsstelle, die 1996 eingerichtet wurde, seit einem Jahr der Psychotherapeut und Psychiater Johannes Wancata. “Wir stehen für die Opfer zur Verfügung. Wir gehen jedem Verdacht nach, und, wo immer es geht, rollen wir den Fall auf, auch wenn er juristisch verjährt ist”, sagte Wancata im Gespräch mit der APA. Wenn der Täter noch im kirchlichen Dienst ist, werde die Dienststelle informiert. “Es geht darum, potenzielle andere Opfer zu schützen”, sagte der Ombudsmann.

Teilweise wollen die Betroffenen anonym bleiben, was die Nachverfolgung schwierig mache, teilweise aber wollen sie den Täter mit dem Leid, das er ihnen zugefügt hat, konfrontieren, sagte Wancata. “Wir tun nichts gegen den Willen der Opfer.” Die Mitarbeiter der Ombudsstelle unterstützen die Opfer in Form von therapeutischen Gesprächen und leiten weitere notwendige Maßnahmen ein.

Zwei aktuelle Fälle von Missbrauch betreut Wancata derzeit. In sechs Fällen ging Wancatas Team aus sechs Leuten – darunter Juristen, Psychologen, Psychotherapeuten sowie Sozialarbeiter – im vergangenen Jahr verjährten Missbrauchsfällen nach. In neun Fällen wurde abgeklärt, ob es sich tatsächlich um Missbrauch gehandelt hat. In den zwei aktuellen Missbrauchfällen handelte es sich bei dem einen Täter um einen ehrenamtlichen Kirchenmitarbeiter und bei dem anderen um einen Würdenträger, der vom Dienst suspendiert wurde.

Seit 2006 gibt es einen Maßnahmenkatalog der österreichischen Bischofskonferenz zum Thema “Verhinderung sexuellen Missbrauchs”. Denn, so der Pressesprecher der Erzdiözese Wien, Erich Leitenberger: “Missbrauch ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Grund zur Entlassung aus dem priesterlichen Dienst.” Auch werden vor dem Eintritt ins Priesterseminar Eignungsgespräche mit Anwärtern auf ihre psychische und emotionale Verfassung geführt, sagte Leitenberger zur APA. Nicht alle Ombudsstellen werden von Psychologen oder Psychiatern geleitet. Teilweise sind die Leiter auch Priester.

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