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Mini-Med-Abend in Wolfurt: Morbus Parkinson

Primar Dr. Stefan Koppi vom LKH Rankweil informierte über neueste Erkenntnisse bezüglich Bewegungsstörungen. Er erklärte das komplizierte System der Bewegungssteuerung im menschlichen Körper, das durch das Zusammenwirken von Großhirnrunde, Hirnstamm, Rückenmark, Basalganglien und Kleinhirn verantwortlich für aufrechte Haltung und Bewegungen ist.

Relaisstationen

Wichtig für die Parkinson-Krankheit sind die Basalganglien, die in der Tiefe des Gehirns liegen. „Das sind Relaisstationen für einen reibungslosen Ablauf von Bewegungen im Sinne eines Automatismus, die wir bis heute noch nicht richtig verstanden haben“, so Koppi. Wenn die „Schleife“ zwischen Großhirnrinde und diesen Basalganglien gestört ist, ergeben sich ganz charakteristische Symptome. Der Fachmann erklärte in der Folge den Parkinsonismus als klinisches Syndrom – ein großer Überbegriff, hinter dem verschiedene Krankheiten stecken können. Mit 70 Prozent ist der Morbus Parkinson allerdings die häufigste Erkrankung bei diesen Symptomen, es gibt aber natürlich auch verschiedene andere Möglichkeiten.

Ausschlussdiagnostik

Symptomatische Parkinson-Syndrome sind etwa medikamentenbedingt, auch Mikro-Infarkte des Gehirns können Parkinson vortäuschen. Koppi: „Es ist unbedingt notwendig, im Rahmen der Untersuchung eine Ausschlussdiagnostik zu betreiben.“ Dafür werden CT und MRT-Untersuchungen angewendet.

Auch Tremor-Syndrome, die Zittrigkeit, können durch veschiedene andere Krankheiten erzeugt werden. Der Primar erkärte, dass der Morbus Parkinson auf zellulärer Ebene entsteht, und dass es drei bzw. vier Phasen der Krankheit gibt. Dabei gilt: „Zehn bis 15 Jahre lang hat der Patient eine Phase, in der die Medikamente gut wirken.“ Danach kommt es zu Fluktuationen, wo es schwieriger wird: „Da muss man die Dosierungen ändern und nachjustieren.“ In der Spätphase sind Dauerverabreichungen der Medikamente, zum Teil durch einen künstlichen Mageneingang oder sogar tiefe Gehirnstimulationen durch Elektroden im Kopf nötig.

Dopaminmangel

Koppi erklärte die klinische Untersuchung von Patienten und verschiedene Symptome, die auch mit kleinen Videos anschaulich illustriert wurden. Bei der Behandlung gibt es eine große Palette an Möglichkeiten, vornehmlich mit l-Dopa-Präparaten und Dopamin: „Eigentlich ist die Krankheit ein Dopaminmangel“, so Koppi, „bei Zufuhr werden die Symptome besser.“ Am Ende stellte der Primar noch allerneueste Probleme bei der Therapie vor, auch einige atypische Parkinson-Formen wurden erwähnt.

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