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Minardi-Start fraglich

Unmittelbar vor dem Auftakt der Formel-1-Saison ist der Start von Minardi in Melbourne wegen einer fehlenden Unterschrift von Ferrari noch immer nicht gesichert. Paul Stoddart glaubt nicht mehr an Antreten.

„Ich mache mir keine Illusionen. So wie es jetzt ausschaut, dürfen wir am Sonntag nicht fahren“, meinte Minardi-Chef Paul Stoddart am Mittwoch. Damit dürfte sich auch das Debüt des Kärntners Patrick Friesacher in der Formel 1 verschieben.

Unterdessen schob Ferrari im Streit mit dem Minardi-Rennstall den Schwarzen Peter an den Internationalen Automobilverband (FIA) weiter. „Es ist nicht an uns zu entscheiden, ob Minardi die Regeln einhält und fahren darf“, betonte Ferrari-Sprecher Luca Colajanni. Der australische Millionär Stoddart will im ersten Rennen mit einem Auto antreten, das den veränderten Regeln für die heurige WM-Saison nicht entspricht.

Während alle anderen acht Formel-1-Teams bereits signalisiert haben, Minardi für einen Start grünes Licht zu geben, verweigert der Rennstall von Weltmeister Michael Schumacher noch immer seine Zustimmung. „Sportliche Gründe hat das nicht. Wir sind keine Herausforderung für Ferrari. Jean Todt weiß, dass wir die Unterschrift benötigen und er hat mir gesagt, wir bekommen sie nicht“, sagte Stoddart nach einem Telefongespräch mit Todt.

Todt habe ihm immer wieder erklärt, dass es ein Problem der FIA sei, obwohl FIA-Präsident Max Mosley bereits festgestellt habe, dass die Minardi-Piloten Patrick Friesacher und Christijan Albers fahren dürfen, wenn Ferrari die Ausnahmegenehmigung unterschreibe. „Ich habe versucht, ihm das vernünftig zu erklären“, erläuterte Stoddart.

Ein FIA-Sprecher verwies ebenfalls darauf, dass laut dem Reglement eine Sondererlaubnis für Minardi nur mit der Zustimmung aller anderen neun Teams möglich sei und nicht allein in der Macht der FIA stehe. Stoddart will seinen neuen Wagen erst im dritten Saisonrennen in Bahrain (3. April) einsetzen. Minardi, das als finanzschwächstes Team in der Formel 1 gilt, hat seine Bitte um Sonderbehandlung damit erklärt, dass nach den im Oktober beschlossenen Regeländerungen nicht genügend Zeit und Geld für Modifikationen am Auto bestanden hätten. Stoddart gilt schon seit Jahren als Intimfeind von Ferrari-Direktor Todt.

Die technische Abnahme der Autos findet am Donnerstag in Melbourne stat. Wenn Ferraris Einwilligung bis dahin nicht vorliegt, wird Minardi nicht zum Rennen zugelassen. Stoddart kann sich vorstellen, dass in diesem Fall einige Teams den Australien-GP boykottieren werden.

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