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Milosevic nimmt Mesic ins Kreuzverhör

Der kroatische Präsident Stipe Mesic hat sich am Mittwoch vor dem UNO-Tribunal in Den Haag den Fragen des als Kriegsverbrecher angeklagten Milosevic stellen müssen.

Milosevic, der sich vor dem Tribunal selbst verteidigt, nahm den kroatischen Politiker ins Kreuzverhör. Milosevic befragte den Zeugen insbesondere zu dessen Beteiligung an mehreren politischen Morden. Mesic stritt jede Verantwortung ab: „Ich hatte darauf genau so viel Einfluss wie auf die Ermordnung Lincolns“. Angesichts der Heftigkeit des Wortgefechts zwischen beiden Politikern mahnte Richter Richard May, ihr Sprechtempo zu verlangsamen.

Mesic hatte den serbischen Politiker am Dienstag als Zeuge vor dem Tribunal beschuldigt, Anfang der neunziger Jahre im früheren Jugoslawien eine Politik betrieben zu haben, die zur Bildung eines groß-serbischen Staates führen sollte. Damit sei Milosevic für die blutigen Konflikte in Kroatien, Bosnien-Herzegowina und im Kosovo verantwortlich, sagte Mesic. Der kroatische Staatspräsident war 1991 Vorsitzender des jugoslawischen Staatspräsidiums und ist das erste Staatsoberhaupt, das vor dem UNO-Tribunal aussagt. Milosevic steht seit dem 12. Februar in Den Haag vor Gericht.

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